Eigentlich hat sich seit 1869 nichts geändert in dieser Welt…

Gerade habe ich eine Passage in Der Idiot von F.M. Dostojewski gelesen und konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen:

Freilich, heißt es, freilich stehen bei uns alle im Staatsdienst oder wenn sie nicht im Augenblick darin stehen, dann haben sie darin gestanden oder werden sie darin stehen, und das geht bei uns schon so seit zweihundert Jahren nach dem schönsten deutschen Vorbild von den Urgroßvätern bis zu den Ururenkeln; aber gerade die Beamten, gerade die sind ja die unpraktischsten Leute der Welt, und es ist doch bei uns schon so weit gekommen, daß noch vor kurzem abstraktes Wissen bei völligem Mangel an praktischem Wissen unter den Staatsdienern selbst fast als größte Tugend und beste Empfehlung betrachtet wurde!

Der Idiot, F.M. Dostojewski
Teil III, Kapitel 1 (direkt in der Anfangspassage)

Hat sich irgend etwas geändert?
Es mag zwar nicht mehr jeder im Staatsdienst stehen, aber was den Praxisbezug unserer Beamten und Politiker betrifft und die Abwesenheit jedes Realitätsbezuges und Praxis, hat sich irgendwie wirklich nichts geändert.

Auch wenn diese Zeilen auf das Russland der Zarenzeit um 1860 gemünzt sind. Irgendwie scheinen sich bestimmte Dinge in Bezug auf Politiker und Beamte auch 150 Jahre später in Deutschland nicht zu ändern :mrgreen:

Ein Gedanke zu „Eigentlich hat sich seit 1869 nichts geändert in dieser Welt…“

  1. Aber als ob das bei Software-Entwicklern anders wäre. Ob durch Ausbildung, Umschulung oder Studium – das, was die Wirtschaft händeringend und zu nicht geringfügigen Preisen sucht wird letztendlich in der Praxis ausgebildet…

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