August 2015


AllgemeinReal LifeSonstigesMartin Richter - Di 11 Aug 2015 20:17

Angeblich gibt es eine Weisheit der Dakota Indianer die besagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“

Ich bezweifle schwer, dass die Indianer solch eine Dämlichkeit tatsächlich als Weisheit in Ihren Überlieferungen haben. Wie auch von anderen Quellen im Netz wird dieser Satz eher Börsenspekulanten zugeschrieben, die in etwa so geartet ist wie: Versuche nie, ein fallendes Messer aufzufangen!

Aber ganz egal. Um diese „Weisheit“, die jedem Menschen sofort logisch, emotional und auch inhaltlich einleuchtet ranken sich je nach Betriebsfeld und Umgebung weitere nette hilfreiche Anmerkungen. Ich war im Netz ein wenig Suchen und habe von allen möglichen Seiten (Unternehmensberatungen, Seminaren, Politik) einmal Varianten gesammelt, denn die Sätze gefallen mir einfach und leider gehört es zu unser aller Alltag, dass jeder von uns schon mal ein totes Pferd geritten hat, oder evtl. sogar aktuell eines im Stall stehen hat.

Hier also meine kleine Sammlung, die ich gekürzt und zusammengefasst habe in alphabetischer Ordnung. Dabei darf sich jeder selbst seine Gedanken dazu machen aus welchem Anwendungsbereich der Rat wohl kam. Übrigens finde ich persönlich den Abschnitt mit den Strategien am Besten.
Also viel Spaß beim Schmunzeln! 🙂

  • Das Pensions Eintrittsalter für tote Pferde wird drastisch verringert.
  • Das tote Pferd wird „reengineert“.
  • Es werden Berater engagiert um das Reiten toter Pferde zu optimieren.
  • Es werden Mittel eingekauft, die tote Pferde schneller laufen lassen.
  • Es wird angeordnet, daß Pferde nicht mehr mitten im Fluß gewechselt werden dürfen, weil dies die Ursache des Todes gewesen sein könnte.
  • Es wird restrukturiert, damit das tote Pferd in einem anderen Bereich tätig ist.
  • Im Rahmen eines internationalen Artenschutzabkommens verpflichten sich alle Partner, das Aussterben toter Pferde zu verhindern.
  • Wir beantragen Fördermittel der EU aus dem Landwirtschaftsfond für Pferdehaltung.
  • Wir beauftragen eine renommierte Beratungsfirma mit einem Gutachten, ob es billigere und leistungsfähigere tote Pferde gibt.
  • Wir berufen einen ämterübergreifenden Arbeitskreis, um das tote Pferd zu analysieren.
  • Wir beschäftigen externe Berater, die erklären, wir müssten Personal entlassen, um das tote Pferd preiswerter zum traben zu bringen.
  • Wie beschließen Feinstaubplaketten und Abwrackprämien für Pferde.
  • Wir besorgen eine größere Peitsche.
  • Wir besorgen eine Peitsche die größere Schmerzen verursacht.
  • Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
  • Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  • Wir besuchen andere Verwaltungen, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  • Wir besuchen teure Seminare um mehr über die Lebensgewohnheiten toter Pferde zu lernen.
  • Wir bezahlen eine Tierarzt, der das Innere des Pferdes umorganisiert.
  • Wir bilden eine neue Abteilung und integrieren alle toten Pferde um Synergien zu nutzen.
  • Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
  • Wir bilden einen Gebetskreis, der das Pferd gesund betet.
  • Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
  • Wir bilden innerhalb der Verwaltung ein neues Sachgebiet mit Integration aller toten Pferde, um Synergieeffekte zu nutzen.
  • Wir bringen die toten Pferde unter einem phantasievollen Namen an die Börse.
  • Wir bringen im Rahmen des Budgets die Produkt- und die Finanzverantwortung des toten Pferdes zur Deckung.
  • Wir definieren ein eigenes Produkt „Reiten toter Pferde“.
  • Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
  • Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
  • Wir erklären, dass ein totes Pferd von Anfang an unser Ziel war.
  • Wir erklären, dass das Reiten toter Pferde alternativlos ist.
  • Wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde.
  • Wir erklären: Die Eltern des Pferdes und das Privatfernsehen seien Schuld.
  • Wir erklären: Die toten Pferde anderer Organisationen seien noch toter als unseres.
  • Wir erklären: Durch eine gesamteuropäische Lösung würde das Pferd wieder laufen.
  • Wir erklären: Kein Pferd kann so tot sein, das wir es nicht mehr reiten können.
  • Wir erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht doch motivieren könnte.
  • Wir erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.
  • Wir erklären: So haben wir das Pferd doch immer geritten.
  • Wir erklären: Wenn man das tote Pferd schon nicht reiten kann, dann kann es doch wenigstens eine Kutsche ziehen.
  • Wir erläutern dem Pferd, dass sein Verhalten zur Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen führen könnte.
  • Wir ernennen einen Verwaltungsmitarbeiter zum Beauftragten für das Totepferdewesen.
  • Wir erschießen alle lebendigen Pferde, um die Chancen unseres toten Pferdes zu erhöhen.
  • Wir erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
  • Wir frieren die Pferde ein und warten auf eine neue Technik, die es ihnen ermöglicht, tote Pferde zu reiten.
  • Wir gewähren dem Reiter eine Leistungspämie, um seine Motivation zu erhöhen.
  • Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
  • Wir gründen eine Kommission, um den Sattel zu analysieren.
  • Wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lässt.
  • Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
  • Wir laden zu einem Dead-Horse-20-Gipfel ein, mit vielen Fotos für die Pferdenachrichten.
  • Wir lassen das tote Pferd 48 Stunden ausruhen und probieren aus, ob es danach wieder läuft.
  • Wir lassen das tote Pferd nach DIN EN ISO 9001 zertifizieren.
  • Wir lassen den Stall renovieren.
  • Wir legen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall und behaupten, es sei seines.
  • Wir leugnen, jemals ein Pferd besessen zu haben.
  • Wir machen auf Kosten der Pferdebesitzer Urlaub in anderen Ländern, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  • Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Pferde gibt.
  • Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt.
  • Wir melden das Pferd bei einem Weiterbildungskursus zur Selbstmotivation an.
  • Wir nennen das tote Pferd „Dead Horse Power“ und bieten es als neuestes Produkt auf dem zentralafrikanischen Markt an.
  • Wir ordnen Überstunden für Reiter und Pferd an.
  • Wir organisieren regelmäßige Teamgespräche mit einem externen Supervisor, um die Kommunikation zwischen Reiter und totem Pferd zu verbesseren.
  • Wir outsourcen das tote Pferd. Der Subunternehmer kann es wahrscheinlich besser reiten.
  • Wir praktizieren „Lean-Horse-Management“, d.h. wir führen Schulungen mit dem Reiter durch, um das tote Pferd mit Hilfe einer optimierten Ernährung von überflüssigen Pfunden zu befreien.
  • Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
  • Wir schicken den Reiter auf ein Weiterbildungsseminar, damit er besser reiten lernt.
  • Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
  • Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie gemeinsam schneller werden.
  • Wir schlagen dem Personalrat vor, Leistungsanreize für tote Pferde einzuführen.
  • Wir schließen mit dem Personalrat eine Dienstvereinbarung über den Einsatz toter Pferde in der Verwaltung.
  • Wir schließen mit dem Reiter eine Zielvereinbarung über das Reiten toter Pferde.
  • Wir schließen uns einem interkommunalen Vergleichsring an, um entsprechend dem best-practice-Gedanken das tote Pferd zu optimieren.
  • Wir schreiben die Stelle des Reiters des toten Pferdes bundesweit aus, nachdem sich aus dem eigenen Haus kein qualifizierter Bewerber gefunden hat.
  • Wir senden jemandem das tote Pferd als Geschenk. Geschenke darf man nicht zurücksenden.
  • Wir setzen den Reiter um und schreiben die Stelle verwaltungsintern aus.
  • Wir sourcen das Pferd aus.
  • Wir sourcen den Stall für tote Pferde aus, um Futterkosten zu sparen.
  • Wir starten einen internen Ideenwettbewerb zum Reiten toter Pferde.
  • Wir stellen dem Reiter eine Beförderung in Aussicht.
  • Wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand.
  • Wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
  • Wir strukturieren um damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
  • Wir suchen einen finanzstarken Partner aus der Privatindustrie und gründen zusammen mit dessen toten Pferden ein Public-Private-Partnership-Projekt.
  • Wir suchen einen finanzstarken Partner und gründen zusammen mit dessen toten Pferden ein Joint Venture.
  • Wir tauschen das tote Pferd gegen ein anderes totes Pferd aus, das laut Produktbeschreibung schneller läuft.
  • Wir tauschen das tote Pferd gegen eine tote Kuh aus.
  • Wir verdoppeln die Futterration für das Pferd.
  • Wir vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.
  • Wir verklagen das Pferd zivilrechtlich auf Schadensersatz wegen Nichterbringung einer zugesicherten Leistung.
  • Wir wechseln den Pferdelieferanten.
  • Wir wechseln die Reiter.
  • Wir wechselnd das Stroh im Stall aus.
  • Wir wechselnd den Futterlieferanten.
  • Wir weisen darauf hin, dass im Rahmen des Neuen Kommunalen Finanzmanagements das tote Pferd als bewegliches Anlagevermögen zu bewerten ist.
  • Wir weisen den Reiter an, sitzen zu bleiben, bis das Pferd wieder aufsteht.
  • Wir wenden die Angela-Merkel-Strategie an: Alle dürfen munter sich widersprechende Vorschläge machen und am Schluss ist der Koalitionspartner schuld, wenn das Pferd sich nicht bewegt.
  • Wir wenden die Arbeitsrechtliche-Stragie an: Man kündigt nach Anhörung des Personalrates dem Pferd fristlos, da es sich um einen klaren Fall von Arbeitsverweigerung handelt.
  • Wir wenden die Controlling-Strategie an: Man stellt fest, daß ein totes Pferd kein Futter benötigt und empfiehlt, nur noch tote Pferde zu verwenden.
  • Wir wenden die Freud’sche-Strategie an: Es wird erklärt, daß das Pferd eine schwere Kindheit hatte, und deswegen ausnahmsweise nichts „leisten“ müsse.
  • Wir wenden die Gerhard-Schröder-Strategie an: Wir schnallen dem toten Pferd einen leichteren Sattel um, damit es die Chance hat, sich wieder von selbst zu erholen.
  • Wir wenden die Globalisierungs Strategie an: Man prügelt auf das Pferd ein und ruft dabei: Wenn Du nicht mitspielst, bist Du aus dem Rennen!
  • Wir wenden die Gutachten Strategie an: Das Gutachten stellt fest, dass das tote Pferd kein Futter benötigt und empfiehlt, nur noch tote Pferde zu verwenden.
  • Wir wenden die Helmut-Kohl-Strategie an: Wir setzen uns hin und warten sechzehn Jahre, ob das Pferd sich nicht einfach nur tot stellt.
  • Wir wenden die Juristische-Strategie an: Wir verklagen das Pferd wegen Nichterbringung einer zugesicherten Leistung.
  • Wir wenden die Kommunistische-Strategie an: Die Leistung des toten Pferdes wird als Vorgabe für die Zielvereinbarung für alle anderen Pferde festgeschrieben.
  • Wir verwenden die Reaktionäre-Strategie: Totes Pferd? Wovon reden Sie, Sie linker Spinner?
  • Wir wenden die Managementlösung: Da das tote Pferd nicht 90% seiner Zeit damit beschäftigt ist, sich wichtig zu tun oder selbst darzustellen, wird es auch nicht befördert.
  • Wir wenden die Militärische-Strategie 1 an: Man postuliert, daß nur ein toter Reiter ein totes Pferd reiten kann und erschießt den Reiter.
  • Wir wenden die Militärische-Strategie 2 an: Wir stellen das tote Pferd vor ein Kriegsgericht und lassen es standrechtlich erschiessen.
  • Wir wenden die Motivations Strategie an: Wir versprechen dem Reiter, der die höchste Leistung aus dem toten Pferd heraus holt, eine Prämie; verbunden mit einem beruflichen Aufstieg und dem Titel „General Director of Dead Horses“
  • Wir wenden die PEGIDA-Strategie an: Wir stellen fest, dass das Vieh nur simuliert.
  • Wir wenden die Politische-Strategie an: Das Pferd wird EU–Kommissar und nach Brüssel geschickt.
  • Wir wenden die REFA-Strategie an: Wir messen die Zeit und stellen fest, daß das tote Pferd noch immer die doppelte Leistung eines bundesdeutschen Beamten erbringt. Deshalb wird es verbeamtet.
  • Wir zählen nur solche Pferde in der tote-Pferde-Statistik, die im Stall liegen.
  • Wir ändern die Anforderungen an Reiten und Bewegung und erteilen einen neuen Entwicklungsauftrag.
  • Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
  • Wir überarbeiten die Dienstanweisung für das Reiten von Pferden.
  • Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für tote Pferde.
  • Wir überarbeiten die Leistungsbeschreibung für tote Pferde.
  • Wir überlegen die Gründung einer kommunalen GmbH für tote Pferde, nachdem die Einrichtung eines optimierten Regiebetriebes bzw. eines Eigenbetriebes keinen Erfolg brachte.

Und zu guter Letzt:

  • Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, sorge für einen bequemen Sattel – es könnte ein langer Ritt werden!
    (Frank Menzel 2008)

Quellen: Ich habe einige Seiten im Internet und in Foren gefunden (siehe Google-Suche). Es war mir unmöglich einzelne Sätze gezielt Quellen zuzuordnen. Die meisten der Sätze kamen mehrfach vor. Insofern konnte ich bis auf den letzten Satz keine „Urheber“ ausfindig machen.

C++CommunityProgrammierenMartin Richter - Do 06 Aug 2015 22:50

Best Practices ist das nach dem wir oft suchen wenn neue Standards neue Methoden eröffnen und ganz besonders, wenn man sich mit einer Programmiersprache weiterentwickeln will.

Wir lesen Bücher von Scott Meyers, Bjarne Stroustrup, Nicolai Josuttis und nicht wenige von uns tummeln sich in Blogs studieren und nutzen fremden Code und Libraries. Alles das erweitert unseren „Programmierhorizont“.

Einige C++ Programmierer werden CppDepends kennen. Ein Tool von CodeGears, dass ich auch schon vorgestellt habe.
Die Firma hat eine neue Seite mit dem Titel C/C++ Coding Best Practices Repository . Die Idee ist „gute“ C++ Praktiken zu benennen, zu klassifizieren und zu bewerten. Und das macht in diesem Fall nicht ein Autor, sondern die Community. Wobei eben die Community die Regeln, die eingebracht werden bewerten und aus diesem Scoring könnten sich vielleicht ein paar wertvolle Bausteine heraus kristallisieren.

Solche Projekte können natürlich nur funktionieren, wenn genügend Leute mitmachen. Und da die Idee nicht schlecht ist mache ich hier mal etwas Werbung dafür.