Ich denke die Würfel sind gefallen: Mit VS-11 wird keine Entwicklung für Windows XP möglich sein

Ich habe bereits in einem anderen Artikel dazu geschrieben:
vNext (VS-2011): Im aktuellen Preview kann man keine Programme mehr für XP entwickeln

Offiziell gibt es dazu immer noch nichts zu sagen, nur möchte ich dennoch einiges dazu schreiben:

  • Es gibt eine rege Diskussion von MVPs mit Microsoft zu diesem Thema.
  • Das Thema wird aber auch von MVPs kontrovers diskutiert. Nicht wenige sind dafür XP Entwicklung außen vor zu lassen.
  • Aktuell muss ich davon ausgehen, dass es nicht möglich sein wird mit VS-11 XP Software zu entwickeln.

Ich schließe dies einfach auch aus dem strickten Schweigen von Microsoft. Es gibt keine Diskussion zu dem Thema und jedes Mitglied, der Produktgruppe, die man auf einem C++ Day erwischt, windet sich sagt eine dieser Antworten:

  • Das weiß ich nicht
  • Das habe ich nicht zu entscheiden

Oder man sagt nichts:

  • markanterweise sagt kommt nicht mal ein Satz wie „This is good Feedback“ (* siehe unten), was im allgemeinen darauf hin deutet, dass man einen Wunden Punkt getroffen hat.
  • und beachte, dass zu dem Eintrag auf Connect kein Microsoft Mitarbeiter in irgend einer Form Stellung genommen hat, die auf ein „Überdenken“ dieser Entscheidung auch nur hindeuten könnte.

Ich ziehe also Schlussfolgerungen alleine aus meinen Gesprächen mit Microsoft Mitarbeitern, die aber ja nichts sagen… 😉
Würde hier etwas noch offen und möglich sein, wäre zumindest ein „Gerücht“ vorhanden und meine Blog-Leser können sich darauf verlassen, dass ich dann hier nichts schreiben würde, weil ich ja unter einem Non-Disclosrure-Agreement stehe und nichts (inoffizielles) sagen darf.

Ich ziehe nun aus dem „offiziellen Schweigen“ (oder ist es doch ein inoffizielles Schweigen) von Microsoft meine eigenen Rückschlüsse und das bedeutet:

Mit 99,9% Wahrscheinlichkeit wird VS-11 Windows XP nicht als Zielplattform unterstützen ❗

PS: Dies ist meine rein persönliche Meinung.
PPS: Ich will keine Argumente hier noch mal aufführen die diese Entscheidung für falsch halten. Dazu kann man genug auf Connect lesen.
Ich befürchte allerdings, dass diese Entscheidung Microsoft XP nicht mehr zu unterstützen, einer schnellen und weiten Verbreitung von VS-2012 sherim Wege stehen wird.
PPPS: Man beachte das Windows XP noch einen Support durch Microsoft bis 2014 hat!
PPPPS: Ich denke zu 100% wird das feststehen wenn die erste Beta am 29.02.2012 heraus kommt.

* zu This is good feedback!
Das ist unter alt gedienten MVPs mehr oder weniger ein Running Gag. I.A. benutzt ein Microsoft Mitarbeiter diesen Begriff auf ein Thema mit berechtigter Kritik, an dem es in den nächsten Releases der Produkte keine Änderung geben wird. D.h. also übersetzt: „Wir haben eure Kritik gehört, werden aber nichts daran ändern…“ 😉

8 Gedanken zu „Ich denke die Würfel sind gefallen: Mit VS-11 wird keine Entwicklung für Windows XP möglich sein“

  1. Das Problem besteht ja aus zwei Teilen. Zum einen setzt der Linker die Mindestversion in der Programmdatei auf 6.0 und zum anderen verwenden CRT und MFC Funktionen, die unter XP noch nicht verfügbar sind.

    Das erste Problem lässt sich durch die Angabe der Versionsnummer im Linker-Dialog beheben, das zweite nur durch eine Neukompilierung der CRT/MFC. Dem legt Microsoft seit VS-2010 aber große Steine in den Weg, da die Makedateien für CRT/MFC nicht mehr beigelegt sind.

    Eine von Microsoft nicht gewollte (aber wohl mögliche) Alternative wäre das Ausborgen des neuen Compilers und dessen Einbindung in VS-2010. So könnte man die neuen C++-Funktionen nutzen, müsste aber auf die neue CRT/MFC/STL verzichten. Man könnte auch versuchen, VS-2012/13 mit CRT/MFC aus VS-2010 zu füttern.

    So oder so, man muss sich wohl entscheiden. Ich kann es mir jedenfalls noch nicht vorstellen, die Unterstützung für XP jetzt schon einzustellen.

  2. This is good feedback! 🙂

    Sorry, mußte sein. Ich seh das allerdings recht entspannt. Wir reden hier von zwei Jahren. Wer noch bis 2014 Software erstellen muß, der hat sein 2010 und wer für den Zeitraum nach 2014 entwickeln muß, der sollte ohnehin nicht auf XP setzen. Wenn der Wurf mit Windows 7 nicht so gut gelungen wäre, hätte ich vielleicht mehr Sorgen, aber so…

    //Carsti

  3. @Carsti:
    Ganz so einfach ist die Sache halt leider nicht.
    Wir haben zB eine Branchensoftware die bei Kunden auf ca 6000 PCs läuft. Und da gibt es ein völlig inhomogenes Umfeld. Also W95/98 ist natürlich für uns auch kein Thema mehr. Aber XP wird wohl noch eine Weile zu unterstützen sein.
    Wir sind natürlich SEHR interessiert unsere Entwicklungsumgebung zu modernisieren, wollen aber unsere Kunden dabei nicht unnötig unter Druck setzen.
    Unsere SW hat jetzt schon einige Zweige bzw. Module, wo je nach Platform und deren Möglichkeiten unterschieden wird.
    Wir freuen uns, dass MS endlich sich zu C++ bekennt (wobei ich das Commitment zu MFC nicht wirklich sehe – Classlibrary-Design aus den 90ern, Upgradepfad zu einer moderneren Classlibrary? MVVM/MP/MVC-Patterns? Fehlanzeige, aber das ist eine andere Geschichte) und wollen die Neuerungen gerne nutzen, aber was hilfts, wenn ich dann 2 Codebase betreuen muss, um parallel mit VS10 die XP-Kunden versorgen zu können.
    LG, Thomas

    1. Danke für Deinen Kommentar. Aber das war ja eigentlich klar, dass dies geht. Das kann ja schon VS-2010.

      Schade eigentlich, dass man die neuen C++11 Features eben nicht nutzen kann!
      Und XP Kompatibilität wäre wirklich nicht schwer gewesen. Der ganze Side-by-Side Kram ist ja immer noch in den Librraies drin. Also warum nicht XP drin lassen?
      Aber egal. Alea jacta est!

  4. Der einzige Vorteil ist, dass man die VS11-IDE verwenden kann. Die Compiler-features aber auf VS10-niveau bleiben müssen, wenn man auch XP betreuen muss. Also nix mit neuen Sprachfeatures…
    Leider, leider…
    Aber trotzdem danke für den Hinweis.
    LG, Thomas

  5. Ich gebe zu, ich bin kein so großer Fan der VC IDE’s. Sie wurden im Laufe der Zeit immer langsamer und schwerfälliger.
    Wenn es nicht Visual Assist gäbe hätte ich mich schon längst umorientiert. Wenn man sich an die Arbeit damit aber einmal gewöhnt hat, fehlen einem wirklich 10 Finger an jeder Hand, wie Martin es in einem anderem Blogeintrag schon schrieb.

    Mir würde es locker reichen, wenn VC6 wieder aktiv wäre. Mit aktuellem Compiler und VA. Das war schön schnell, selbst bei großen Solutions. Die Intellisense schalte ich aus und habe ich bei jeder VC Version ausgeschaltet.

    Meine Projekte habe ich auch alle auf CMake umgestellt. Nur damit ich auch schnell wieder alte Versionen erstellen kann. Denn es existieren durchaus auch Kunden da draußen, wo ich noch ein VC2003 auskramen muss, wenn sie eine Miniänderung in ihrer Version von vor 6-8 Jahren haben möchten. Selten aber eben schon vorgekommen.

  6. Man glaubt es kaum, aber es scheint nun tatsächlich eine Diskussion mit einem Microsoft-Offiziellen (Steve Teixeira) zum Thema zu geben.
    (siehe Kommentare unter dem bereits von Torsten geposteten Link: http://blogs.msdn.com/b/vcblog/archive/2012/04/18/10295093.aspx ).

    Da keimt ein gaaaanz klitzekleines bisschen Hoffnung auf, doch nicht bis 2014 (oder länger) hinter dem Mond programmieren zu müssen.
    Wie die meisten anderen können und wollen auch wir unsere Kunden mit XP Systemen nicht zum Upgrade auf Win7/8 zwingen.

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