Customdraw ist für mich erste Wahl, wenn es um das Anpassen von Ausgaben in Controls geht, zudem ein subclassing von WM_PAINT mit Erhalt der Grundfunktionen eigentlich nicht möglich ist (ich werde dazu demnächst noch mal schreiben).

Liest man die Anleitung zu NM_CUSTOMDRAW und Tooltips, bekommt man den Eindruck, dass man wie bei einem List Control an jeder Stelle eingreifen kann. Vor dem Zeichnen, nach Löschen des Hintergrundes und so weiter: CDRF_NOTIFYITEMDRAW, CDRF_NOTIFYPOSTERASE, CDRF_NOTIFYPOSTPAINT, CDRF_NOTIFYSUBITEMDRAW werden in der Doku erwähnt.

Diese Informationen sind komplett irreführend, denn nur CDRF_NOTIFYPOSTPAINT wird vom Tooltip akzeptiert und beachtet. Man kann z.B. nicht auf die Ausgabe des Textes alleine übernehmen und nur das Löschen des Hintergrundes dem Control überlassen. Es wird wirklich nur CDRF_NOTIFYPOSTPAINT berücksichtigt ( ich habe mich durch den Assembler-Code der COMCTL32.DLL durch gedebuggt).
Auch die Rückgabe von CDRF_NEWFONT kann man sich sparen. Man muss nur einen neuen Font selektieren und er wird berücksichtigt.

Was in der Dokumentation auch zu kurz kommt, ist, dass NM_CUSTOMDRAW mit CDDS_PREPAINT zweimal kurz hintereinander aufgerufen wird. Beim ersten Mal ist DT_CALCRECT in NMTTCUSTOMDRAW::uDrawFlags gesetzt ist und beim zweiten mal nicht mehr. Man hat dadurch die Möglichkeit die Größe des Controls mit NMCUSTOMDRAW::rc zu kontrollieren. Gut beschrieben ist das nicht in der MSDN sondern in einem alten Artikel des MSJ aus dem Otkober 1996, wer weiß wann der verschwinden wird.

Die Implementierung hier ist einfach halbherzig, leider. Die Möglichkeiten wären so genial, hier ein bisschen Fettgedrucktes, dort noch mal ein Icon… Schade…