C++CRTDebuggingProgrammierenWindows APIMartin Richter - Di 19 Feb 2008 21:26

Ich habe in der letzten Zeit einige COM-PlugIns  und Service Komponenten entwickelt. Alles Teile von anderen Diensten und TSPs (Tapi Service Provider). D.h. alles ohne UI. Die ganze Maschinerie, die ich hierzu verwendete befand sich auf einem Windows 2003 R2 Server. Aufgrund bestimmter Hardware war ein virtueller Server zum Testen nicht drin.
Macht ja nix. Man kann ja auch mit Remote Desktop auf dem Server vom eigenen Platz aus arbeiten, ohne deshalb im klimatisierten und immer zu kaltem und außerdem viel zu lautem Serverraum zu arbeiten…

Ziemlich schnell nervte mich gleich ein bestimmtes Problem. Ein Service mit einer meiner Komponenten stand auf einmal. Ich habe mich mit dem Debugger remote attached und merkte mehr oder weniger schnell, dass ein bestimmter Thread (von 67) auf einen ASSERT gelaufen war. Dämlicher Weise hatte der nun kein DebugBreak ausgelöst. Genaugenommen stand der Thread in einer MessageBox mit dem ASSERT Fenster, dass jeder kennt.
Da ich aber per Remote Session mit dem Server verbunden war sah ich diese nicht. Wäre ich am primären Monitor angemeldet gewesen, hätte mich die MessageBox erreicht, dafür trifft die CRT Vorsorge.
Dämlich! Mir wäre sogar ein Crash (mit Minidump natürlich) lieber gewesen. So stand der Service blockierte noch drei andere Sachen und es dauerte doch einige Zeit bis ich diesen stehenden Service als Ursache ausmachen konnte. Wäre der Service gecrasht hätte ich es in Sekunden mitbekommen.

OK! Wie gestalte ich das System nun um, dass ein ASSERT immer einen DebugBreak auslöst und keine MessageBox, die sowieso keiner zu sehen bekommt?
Das würde einen Minidump schreiben und wenn ich mit dem Debugger verbunden wäre, würde es sofort das System an der entsprechenden Stelle stoppen. Die MessageBox mit dem ASSERT brauche ich nicht.

Ein wenig Lesen in der CRT Doku schadet nicht. Also hier die Lösung:

Schritt 1: Wir verhindern, dass die entsprechende MessageBox erscheint und stellen entsprechend ein, dass der ASSERT in der Debug Ausgabe mit protokolliert wird. Und wenn man es hat auch noch will, zusätzlich in einer Protokolldatei.

_CrtSetReportMode(_CRT_ASSERT,_CRTDBG_MODE_DEBUG/*|_CRTDBG_MODE_FILE*/);

Schritt 2: Nun brauchen wir noch einen DebugBreak, der immer ausgelöst wird. Auch das ist kein Problem. Wir benutzen den Debug Report Hook:

_CrtSetReportHook2(_CRT_RPTHOOK_INSTALL, MyDebugHook);

MyDebugHook ist nun nichts weiter als eine kleine Funktion die nur eins enthält: den Aufruf der Funktion DebugBreak();.

So ausgestattet lassen sich Services im Debugmode weitaus besser entwickeln. Jetzt sorgen Sie wenigstens für einen anständigen Crash (natürlich mit Dump), wenn es ASSERTet… :mrgreen:

C++ProgrammierenWindows APIMartin Richter - Mi 28 Nov 2007 18:24

Immer wieder sehe ich Code Snippets die CreateThread verwenden.
Immer wieder antworte ich gleichlautend:

Vermeide CreateThread, wenn Du CRT Funktionen verwendest, das erzeugt Leaks in der CRT.
Verwende deshalb immer nur _beginthread(ex). :!:

Irgendwie glauben viele Programmierer, dass es besser ist eine möglichst OS-nahe Funktion zu verwenden. In diesem Fall ist es es definitiv nicht ratsam, denn droht in diesem Fall ein Speicherleck von um die 530Bytes (in VC-2005) pro beendetem Thread.

In Kürze: Das ganze Problem liegt darin, dass bestimmte CRT Funktionen thread lokalen Speicher benötigen. Dieser wird im TLS (Thread Local Storage) bei Bedarf angelegt und entsorgt wenn die Threadfunktion returniert oder mit _endthread beendet wird.
Gleiches gilt, wenn der Thread mit ExitThread oder TerminateThread beendet wird! (Das TerminateThread sowieso nicht in Frage kommen darf weil es noch übleres tut weiß ja hoffentlich sowieso jeder ;) )

Hier eine entsprechende Sammlung der entsprechenden Dokumentationen mit den Begründungen: 

Jeffrey Richter “Advanced Windows” 3rd Edition
Kapitel 4, “Processes, Threads and the C Run-Time Library” Seite 108 folgende.

CreateThread Doku: http://msdn2.microsoft.com/En-US/library/ms682453.aspx

A thread in an executable that calls the C run-time library (CRT) should use the _beginthreadex and _endthreadex functions for thread management rather than CreateThread and ExitThread; this requires the use of the multi-threaded version of the CRT. If a thread created using CreateThread calls the CRT, the CRT may terminate the process in low-memory conditions.

ExitThread Doku: http://msdn2.microsoft.com/en-us/library/ms682659.aspx

A thread in an executable that is linked to the static C run-time library (CRT) should use _beginthread and _endthread for thread management rather than CreateThread and ExitThread. Failure to do so results in small memory leaks when the thread calls ExitThread. Another work around is to link the executable to the CRT in a DLL instead of the static CRT. Note that this memory leak only occurs from a DLL if the DLL is linked to the static CRT and a thread calls the DisableThreadLibraryCalls function. Otherwise, it is safe to call CreateThread and ExitThread from a thread in a DLL that links to the static CRT.

KB-Artikel 104641: http://support.microsoft.com/kb/104641/en-us

Threads that are created and terminated with the CreateThread() and ExitThread() Win32 API functions do not have memory that is allocated by the CRT for static data and static buffers cleaned up when the thread terminates. Some examples of this type of memory are static data for errno and _doserrno and the static buffers used by functions such as asctime(), ctime(), localtime(), gmtime(), and mktime(). Using CreateThread() in a program that uses the CRT (for example, links with LIBCMT.LIB) may cause a memory leak of about 70-80 bytes each time a thread is terminated.

To guarantee that all static data and static buffers allocated by the CRT are cleaned up when the thread terminates, _beginthreadex() and _endthreadex() should be used when creating a thread. The _beginthreadex() function includes the same parameters and functionality as CreateThread().

Note It is not possible to terminate a thread with _endthreadex() when it was created with CreateThread(). :!:

:!: Anmerkung: Dieser KB artikel ist leider unvollständig. Hier werden nur ein paar time Funktionen aufgelistet, es trifft aber weitaus mehr Funktionen wie errno, strtok, strerror, tmpname, tmpfile, _ecvt, _fcvt, alle Funktionen die _errno oder _doserrno nutzen etc.

C++CRTMFCProgrammierenVS 2008Martin Richter - Fr 23 Nov 2007 14:22

Hier ein kleiner Auszug aus der Liste der Änderungen und Neuigkeiten.
Die Links verweisen in die MSDN wo man alles nachlesen kann.

What’s New in Visual C++ 2008
Da ist nicht sooo viel:

  • Eingeschränkte (read only) Unterstützung des Class Designers.
  • Vista style Guidlines für Dialoge
  • Vista Common Controls in der MFC
  • Die interessanten Sachen wie MFCNext und TR1 kommen noch

Breaking Changes

  • Nachdem in Visual Studio 2005 der Support von Windows  95 entfiel, hat Microsoft nun einen Schlussstrich unter gezogen.
    Im Klartext: Windows 95, Windows 98, Windows ME, und Windows NT werden als Zielplattformen nicht mehr unterstützt.
  • Hier fällt auf, dass die ATL nun zwingend Abhängig von der CRT wird. Wer früher gerne ATL_MIN_CRT verwendet hat um “gar keine” CRT zu verwenden, der wird feststellen, dass seine Module etwas wachsen.
  • /Wp64 ist deprecated (na endlich)…

Anmerkung:
Wie so oft werden hier die Sachen veröffentlicht, wo man bei Microsoft weiß, dass man Breaking Changes durchgeführt hat. Es gibt oft genug weitere Breaking Changes die man oft erst am eigenen Leib erfahren muss, siehe Attributed ATL.

CRTMFCProgrammierenMartin Richter - Di 03 Jul 2007 21:35

Die CRT der VC-2005 hat eine perfekte Unterstützung für Unicode Dateien im UTF-8 und UTF-16 Little Endian Format.

Wollte man bisher Unicode Dateien lesen, so mussten diese mit _wfopen(…,L”rb”) geöffnet werden und entsprechende Leseoperationen mussten folgen. Um Unicode und ANSI Dateien zu unterscheiden schrieb man selbst entsprechenden Code, der nach einer BOM (Byte Order Mark) schaut. Beim Schreiben hatte man auch selbst darauf zu achten die BOM entsprechend zu setzen.

Ziemlich unbemerkt (auch von mir :-) ), hat die CRT hier eine entscheidene Erweiterung erfahren. Mit dem folgenden Code lässt sich gezielt jede Datei entsprechend öffnen und lesen, sofern Sie über eine korrekte BOM verfügt, bzw. auch eine Datei zum Schreiben öffnen die mit der entsprechenden BOM versehen wird.

FILE *pFile = _tfopen(_T(“myfile.txt”),_T(“rt, ccs=UNICODE”));

Ist die Datei eine ANSI Datei ohne BOM, wird sie entsprechend geöffnet. Unicode Dateien im Typ UTF-8 und UTF-16 little endian werden an der entsprechenden BOM erkannt und entsprechend gelesen.
Über ccs=UTF-8 bzw. ccs=UTF-16LE lässt sich auch gezielt eine entsprechende Unicode Datei ohne BOM öffnen. Eine vorhandene BOM überschreibt allerdings die beim Öffnen angegebenen Formatierung. Fein!

Leider hinkt die MFC diesen wirklich tollen Funktionen der CRT hinterher. Weder die MFC  8.0 aus VS-2005 noch die neue Orcas Version (Stand Beta1) verfügt über eine neue Version der CStdioFile, die diese Funktionen der CRT abbildet.

Glücklicherweise gibt es einen entsprechenden CStdioFile(FILE *) Konstruktor. Dadurch ist es möglich, einfach eine Datei mit _tfopen zu öffnen und den Stream einfach an ein CStdioFile Objekt zu koppeln.
Einziger Schönheitsfehler: CStdioFile::Close muss explizit in diesem Fall aufgerufen werden, d. h. Close wird nicht durch den Destruktor aufgerufen.
Für den MFC Kenner: m_bCloseOnDelete ist FALSE und leider protected. Dieses Flag verhindert, dass Close auch durch den Destruktor aufgerufen wird.

MSDN Dokumentation zu _tfopen/fopen/_wfopen

CRTMFCProgrammierenMartin Richter - Di 12 Jun 2007 23:19

Nun habe ich es endlich mal geschafft und meinen ersten kleinen Artikel auf Codeproject geschrieben:

http://www.codeproject.com/cpp/PrivateAssemblyProjects.asp

 Er schließt sich nahtlos an über alles das was ich hier achon über die Manifest-Hölle geschrieben haben…

ATLCRTMFCProgrammierenMartin Richter - Mo 04 Jun 2007 22:32

In meinem Blog habe ich bereits über Libraries und die Verwendug von _CRT_NOFORCE_MANIFEST geschrieben (siehe Link unten).

Wenn man nun eine Library erzeugt, die die MFC oder die ATL benutzt, sollte man sich auch noch der beiden Defines _MFC_NOFORCE_MANIFEST und _ATL_NOFORCE_MANIFEST bewusst sein. Diese beiden Defines verhindern, dass durch die Verwendung der ATL bzw. MFC Include-Dateien #pragma comment(linker,”/manifestdependency:..”) Statements erzeugt werden.

Werden diese Defines konsequent verwendet, dann hat der Benutzer der Library die volle Kontrolle welche CRT, MFC bzw. ATL Version angebunden wird.

Warum man sich mit diesen Defines beim erzeugen einer Library auseinenadersetzen sollte kann man in diesem Artikel nachlesen: Warum man seine Libraries mit _CRT_NOFORCE_MANIFEST erzeugen sollte!

:!: BTW: Durch diese Defines kann man allerdings nicht verhindern, dass überhaupt Manifest-Einträge erzeugt werden. Selbst wenn man sein Programm mit den entsprechenden Defines kompiliert. Die Objektdateien haben dann zwar keine Manifest-Einträge, aber spätestens in dem Moment, in dem man das Programm linkt werden aus der CRT, MFC bzw. ATL Libraries Objektdateien gezogen die wieder entsprechende #pragma comment(linker,”/manifestdependency:..”) Einträge haben. Entsprechend bekommt das Manifest Tool dann auch Futter. Dazu mehr in einem späteren Artikel :-)

CRTMFCProgrammierenMartin Richter - Mi 16 Mai 2007 18:25

In dem C++.de Forum kam dieser Thread Sehr spezielles Problem – (DLL + Manifest) auf!

Man muss den Thread nicht ganz lesen, ich will hier eine kurze Übersicht geben, wie man ein Projekt verbiegen kann, dass es nur noch Ärger macht, den man nur schwer (oder nach langem Suchen) in den Griff bekommt.

Ursprüngliches Problem:
Es ging mal wieder darum eine EXE so zu schreiben, dass Sie nicht von einer VC-2005 Runtime Library Installation (CRT+MFC) abhängig ist. Es ging um ein spezielles Plugin (also eine DLL).

Die Empfehlung war, wie so oft bei Manifest Problemen:
Linke sowohl CRT als auch MFC statisch.

Begründung:
Die DLL benötigt keine weiteren DLLs oder Third Party Libs. Ist also mehr oder weniger standalone. Also warum noch zusätzliche Abhängigkeiten schaffen. Auch wenn dies etwas mehr Hauptspeicher kostet, wenn andere Applikationen die 8.0 Runtime-Libs auch gleichzeitig verwenden können.
Es erübrigt die Installation der VCRedist_x86.exe oder auch andere, komplexere Tricks wie die applikationslokale Installation der Runtime-Libs.

Folgeproblem:
Sowohl für die MFC als auch für die CRT wurde nun statisches Linken im Projekt eingestellt. Aber dennoch wurde weiterhin ein Manifest erzeugt, das die CRT anforderte.
Das erzeugte doch nun einiges Rätselraten bei mir. :?
Auch die Projektdatei, die mir zugesandt wurde brachte auf den ersten Blick keinen Aufschluss über das Problem.
Weitere Prüfung mit DUMPBIN ergab, dass die Objekt Dateien alle mit einem Manifest Eintrag kompiliert wurden, oder in anderen Worten, das im Sourcecode ein #pragma comment manifest Eintrag drin steht.

Lösung:
Einze kurze Recherche in der crtdefs.h ergab, dass die #pragma Einträge für die Manifeste nur erzeugt werden wenn, _DLL definiert wird. Die Doku sagt klar:

  1. Das ist eine interne, vordefinierte Präprozessor Variable
  2. Diese ist nur bei den Kompileroptionen /MD und /MDd definiert

Derjenige, der dieses Projekt erzeugt hat, hat auch die Präprozessor Variable _DLL vordefiniert. Das Resultat war natürlich, dass Manifest-Einträge erzeugt wurden und weiterhin die CRT-DLLs genutzt wurden.

:!: Merke: Pfusche nie mit internen Nachrichten, Präprozessor-Variablen rum, die einen nichts angehen. Oft genug sind schnelle Workarrounds die man mit so etwas erreicht ein Schuss ins eigene Knie. :-)

Ach ja! Man hätte übrigens noch weiter Pfuschen können und _CRT_NOFORCE_MANIFEST definieren können :mrgreen: ! Dann hätten wir den einen Pfusch mit einem anderen behoben!

CRTMFCProgrammierenMartin Richter - Do 26 Apr 2007 20:37

Visual C++ 2005 Express Edition Nutzer mussten bislang in die Röhre sehen.
vcredist_x86.exe in der SP1 Version gab es nicht als separaten Download.
D.h. sie konnten den SP1 für VC++ 2005 Express Edition installieren und nutzen, aber Ihre Programme nicht mit der neuen SP1 CRT ausliefern.

Das ist nun vorbei:
http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyID=200B2FD9-AE1A-4A14-984D-389C36F85647&displaylang=en

Alle Nutzer des Visual Studios 2005 finden die Merge Module in Ihrem Verzeichnis C:\Programme\Gemeinsame Dateien\Merge Modules
bzw. hier als Executable
C:\Programme\Microsoft Visual Studio 8\SDK\v2.0\BootStrapper\Packages\vcredist_x86\vcredist_x86.exe

BTW: Die neue Datei benötigt auch nur die 2.0 Version des MSI und nicht die 3.0 Version die die RTM Version!
Weitere Infos und Links zu den 64bit Versionen gibt es auch auf Nikolar Dudars Blog.

CRTProgrammierenMartin Richter - Do 22 Mrz 2007 18:46

Seit VC 2005 wird die DLL-Version CRT ja grundsätzlich über ein Manifest geladen. Erzeuge ich Code, der die CRT verwendet, dann wird automatisch ein #pragma comment(linker,”/manifestdependency:..”) Eintrag erzeugt. Den entsprechenden Code dazu findet man in der _crtdefs.h Datei des entsprechenden Include-Pfades.

Dieser Manifest Eintrag wird später vom Manifest Tool (MT.EXE) gesammelt und im Manifest der Applikation oder der DLL verbaut.

Gesetzt den Fall ich habe Library erzeugt, die auch die DLL-Version der CRT verwendet, dann wird automatisch die entsprechende Version der CRT im Manifest hinterlegt. D.h. bei VS 2005 RTM die CRT Version 8.0.50727.42 und bei SP1 die CRT Version 8.0.50727.762

Wird nun für ein Projekt eine Library erzeugt mit einem VS 2005 RTM, und evtl. diese LIB lange nicht verändert und dann diese Library in einem Programm verwendet, dass mit VS 2005 SP1 erzeugt wird, dann werden beide CRT Versionen im Manifest eingetragen!
Der Lader ist zwar intelligent und lädt die letzte DLL (SP1). Aber undurchsichtig wird es in jedem Fall.
Vor allem wenn man wirklich mit evtl. einer älteren Version ausliefern möchte und SP1 auf der Ziel-Maschine nicht installiert ist.

Ich habe noch nicht genau herausbekommen wie entschieden wird welches der Manifesteintrag ist, der letzten Endes zählt. Scheinbar macht es auch nichts wenn, man die Version der CRT Versionen falsch angibt. Es wird dann die CRT mit der nächst höheren CRT geladen… (aber dazu muss ich noch etwas experimentieren)…

Dieses Verhalten ist gravierend unterschiedlich zu allen Vorgängerversionen von VC. Wie bisher hält Microsoft das Versprechen der binären Kompatibilität. Theoretisch müsste auch die mit RTM erzeugte LIB sofort funktionieren. Auch der Linker wird diese LIB sofort mit der entsprechenden MSVCR80(D).DLL verbinden. Nur hat er eben nicht das letzte Wort bei den Manifesten.

Man kann das ganze verhindern, indem man _CRT_NOFORCE_MANIFEST bevor die CRT Dateien inkludiert werden (am Besten in der stdafx.h oder in den Projekteinstellungen).
In diesem Fall wird kein #pragma, dass für den Manifest Eintrag verantwortlich ist, erzeugt.
Der Effekt ist dann wie gewollt, dass nur das eigentliche Projekt, dass dann das Executable erzeugt Einfluss auf die Ausgabe des Manifestes hat. Man kann also dann auch eine Lib-Datei mit VS-2005 SP1 erzeugen und mit einem VS-2005 RTM linken. Das Manifest wurde durch diese Lib dann nicht beeinflusst und so soll es IMHO sein.

Aber aufgepasst:
Seit VS-2005 muss in jedem Fall auf noch eine strenge Trennung der Release und Debug Versionen achten. Wenn nun kein Manifest mehr zum Beispiel in einer Release-Lib erzeugt wird, weil _CRT_NOFORCE_MANIFEST verwendet wird, nun aber diese Release Lib in ein Debug Projekt eingebunden wird.  Dann wird das Executable implizit mit der MSVCR80.DLL gebunden, aber diese DLL kann nur über ein Manifest geladen werden. Das ist aber nicht vorhanden. Resultat ist das was in diesem Beitrag beschrieben steht: Manifest-Hölle “…MSVCR80.dll nicht gefunden…” (siehe Nachtrag)

CRTMFCProgrammierenVista / Windows 7Windows APIMartin Richter - Mi 14 Feb 2007 20:25

Durch eine Anfrage in meiner Lieblingsgruppe microsoft.public.de.vc bin ich auf folgende interessante Frage gestoßen: Benötigt eine DLL die mit VC-2005 erzeugt wurde ein Manifest?

Nun wie viele Antworten im Leben lässt sich dies nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantworten.

Nein! Es wird kein Manifest benötigt, wenn die CRT statisch gelinkt wird. In diesem Fall wird auch kein Manifest benötigt zumindest nicht für die CRT, was nicht heißt, dass nicht auch andere Assemblies per Manifest angebunden werden müssen.

Nein! Wenn die EXE-Datei bereits über ein Manifest verfügt und eine CRT-DLL mit gleichem Namen lädt, hier also z.B. die MSVCR80.DLL. In diesem Fall kann man sich ein Manifest sparen. Es kann aber hier spannend werden, weil die entsprechende DLL natürlich so nicht beeinflussen kann dir 8.0 CRT als SP1 oder RTM zu nutzen. Aber vermutlich ist das sowieso egal.

Ja! Die DLL benötigt ein Manifest, wenn ein beliebiges Programm die DLL nutzt. Zum Beispiel eines, das die CRT statisch linkt, oder das mit einer älteren VC Version erzeugt wurde. In diesem Fall muss die DLL zwingend ein Manifest haben. Und jetzt wird es noch strenger. Wird die DLL per LoadLibrary geladen, dann muss dieses Manifest sogar embedded sein! :roll:
Externe Manifeste bei DLLs werden nur beim impliziten Laden berücksichtigt. Wird eine DLL mit LoadLibrary geladen, dann werden nur eingebette Manifeste berücksichtigt.

:!: Falle: Hat die DLL kein Manifest wird immer garantiert, dass die CRT Version von EXE und DLL passen. Man kann also gefahrlos Speicher in der DLL allozieren und in der EXE freigeben und umgekehrt. Oder eben auch CRT Objekte austauschen. Nutzt die DLL ein eigenes Manifest besteht die Möglichekit, dass EXE und DLL eine unterschiedliche CRT verwenden! Und noch spannender wird es wenn eine EXE mit CRTx eine DLL1 benutzt die per Manifest CRTy verwendet und diese nun eine DLL ohne Manifest lädt… Ja es wird die CRT der EXE verwendet…

Ja ja. Wir haben dank der Manifeste nun keine DLL Hölle mehr. Wir haben eine Manifest Hölle :-D

Meine Empfehlung daher:

  1. Wenn es eigenständige kleine Module sind, dann statisch gegen die CRT linken.
  2. Ansonsten immer ein Manifest einbetten, wenn die DLL eigenständig genutzt wird!
  3. Wird die DLL im Kontext einer bestimmten EXE(s) Datei verwendet, sollte nur die EXE(s) ein  Manifest haben.
  4. In jedem Fall darauf achten, dass gleiche CRT Versionen verwendet werden. RTM, SP1 und irgendwann wahrscheinlich SP2 werden hier Konflikte möglich machen.
  5. MFC Extension DLLs müssen zwingend mit der selben MFC Version (RTM oder SP1) verwendet werden!

Stoff zum weiterlesen:
Isolated Applications and Side-by-side Assemblies

Besonders lesenswert hier der Beitrag von Nicola Dudar:
How to Debug ‘The System cannot Execute the specified program’ message

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