C++MFCProgrammierenVS 2010Martin Richter - Mi 21 Jul 2010 19:35

Die Funktion CImageList::DrawIndirect der MFC-10

BOOL CImageList::DrawIndirect(CDC* pDC, int nImage, POINT pt, SIZE sz,
    POINT ptOrigin, UINT fStyle = ILD_NORMAL, DWORD dwRop = SRCCOPY,
    COLORREF rgbBack = CLR_DEFAULT, COLORREF rgbFore = CLR_DEFAULT,
    DWORD fState = ILS_NORMAL, DWORD Frame = 0,
    COLORREF crEffect = CLR_DEFAULT);

hat einen massiven Bug: Sie funktioniert einfach nicht.

Der Unsinn, der sich eingeschlichen hat, liegt in der überschriebenen Funktion

BOOL CImageList::DrawIndirect(IMAGELISTDRAWPARAMS* pimldp);

die durch die oben genannte Variante aufgerufen wird. Denn hier cbSize von IMAGELISTDRAWPARAMS nicht mehr in allen Fällen auf einen korrekten Wert gesetzt. Die Folge cbSize enthält Garbage und der Aufruf von ImageList_DrawIndirect geht in die Hose!
Sowohl in VC-2005 als auch VC-2008 wurde in dieser Funktion explizit der cbSize Member überschrieben, je nach dem ob ComCtl 6.0 oder höher von der Anwendung benutzt wird.

Auch das ist ein Bug, denn hierdurch wird evtl. ein korrekt gesetzter cbSize Wert mit IMAGELISTDRAWPARAMS_V3_SIZE (pre IE 5.01 d.h. _WIN32_IE < 0×0501) überschrieben und damit vergrößert vergrößert. Dadurch kann es zu Zugriffsfehlern kommen oder zu unerwünschten Seiteneffekten.
(siehe https://connect.microsoft.com/VisualStudio/feedback/details/322713/bug-in-cimagelist-drawindirect)

Also haben die Entwickler scheinbar die Zuweisung von pimldp->cbSize = sizeof(IMAGELISTDRAWPARAMS) entfernt! Allerdings haben Sie dabei vergessen in der anderen Funktion nun cbSize korrekt zu initialisieren!

Wir haben also wieder mal einen Fall von: Let us fix one thing and break others…

Das Gemeine an der Sache ist, dass dieser Bug noch vor RTM bekannt war:
https://connect.microsoft.com/VisualStudio/feedback/details/543108/bug-in-cimagelist-drawindirect
Nur ist er nicht mehr gefixed worden!

PS: Natürlich fährt die eigene Software mit der MFC-10 auch gegen die Wand, wenn man die CImageList::DrawIndirect(IMAGELISTDRAWPARAMS* pimldp) Variante verwendet und selbst cbSize nicht initialisiert, was ein ordentlicher Entwickler aber sicherlich nicht vergisst! ;)

Wem es möglich ist, sollte bei den beiden Connect Einträgen Abstimmen und diesen Bug als wichtig kennzeichnen!

ProgrammierenSQLSonstigesMartin Richter - So 25 Apr 2010 20:27

Wieder mal ein ganz normaler Wahnsinn, der einen Stunden gekostet hat…

Wenn wir uns die nachfolgenden SQL Statements ansehen, dann würde ich davon ausgehen, dass die ersten 6 eine Ausgabe erzeugen.

SELECT 'Test 1' WHERE 1 IN (NULL, 1, 2, 3, 4)
SELECT 'Test 2' WHERE 1 IN (1, 2, 3, 4)
SELECT 'Test 3' WHERE 1 NOT IN (NULL, 2, 3, 4) -- !!!
SELECT 'Test 4' WHERE 1 NOT IN (2, 3, 4)
SELECT 'Test 5' WHERE NOT (1 IN (NULL, 2, 3, 4)) -- !!!
SELECT 'Test 6' WHERE NOT (1 IN (2, 3, 4))
-- Empty as expected
SELECT 'Test 5' WHERE 1 IN (NULL, 2, 3, 4)
SELECT 'Test 6' WHERE 1 IN (2, 3, 4)

Aber :!: Pustekuchen :!:
Die Zeilen 3 und 5 erzeugen keine Ausgabe :!: Dadurch, dass in dem Ausdruck in der Klammer NULL enthalten ist funktioniert der NOT IN Test nicht mehr korrekt.

Ich bin darauf gestoßen, weil ich ein Subquery durchgeführthabe und mit NOT IN prüfen wollte, dass ein bestimmter Wert eben nicht in diesem Subquery enthalten ist. Einziges Problem war, dass in einigen Fällen dieser Subquery eben auch NULL als Ergebnis geliefert hat. 
Und genau in diesem Fall funktionierte die Abfrage nicht korrekt (s.o.). Das sah vereinfacht in etwas so aus:

SELECT [ID] FROM [Table1]
    WHERE [SomeData] NOT IN
        (SELECT [OtherIDWithNULL] FROM [Table2])

Ich habe den Subquery dann entsprechende um ein WHERE … IS NOT NULL erweitert und siehe da es ging:

SELECT [ID] FROM [Table1]
    WHERE [SomeData] NOT IN
        (SELECT [OtherIDWithNULL] FROM [Table2]
            WHERE [OtherIDWithNULL] IS NOT NULL)

Rein gefühlt ist das für mich ein Bug, aber es ist keiner :!:
Hier kommt eine Einstellung zum tragen, die sich ANSI_NULL schimpft. (siehe SET ANSI_NULL { ON | OFF })

ANSI_NULL ist im Allgemeinen ON, und das bedeutet, dass ein Vergleich eines Wertes mit NULL immer undefiniert ist. Das ein IN-Statement aber nichts anderes ist als ein Vergleich der einzelnen Werte in der Klammer mit dem Zielwert, führt dies hier zu einem irritierenden Ergebnis. NULL=NULL und 1=NULL ist eben undefiniert und nicht False wenn ANSI_NULL ON ist! Also können die Zeilen 3+5 kein korrektes Ergebnis liefern.
Man beachte: Dies hat keinen Einfluß solange man IN verwendet und nicht NOT IN!

Meine rein persönliche Meinung:
Ich habe selten solch einen Unsinn in einem ANSI-Standard gesehen. Einfach Unlogisch :!:
Für mich ist NULL=NULL und NULL<>AnyThingElse eben True… Just my 2 cents…

Jetzt könnte man meinen, dass es also auch eine Lösung wäre SET_ANSI_NULL OFF zu verwenden :!: (BTW: Eine Einstellung die auch als Attribut direkt auf der Datenbank selbst gesetzt werden kann). Aber der folgende Hinweis in der Doku sollte einen zum Umdenken bewegen:

Wichtig:
In einer späteren Version von SQL Server wird ANSI_NULLS immer auf ON festgelegt, und jede Anwendung, die für die Option explizit OFF festlegt, löst einen Fehler aus. Verwenden Sie dieses Feature beim Entwickeln neuer Anwendungen nicht, und planen Sie eine Änderung von Anwendungen, in denen es zurzeit verwendet wird.

Da dies also evtl. Einfluss auf andere Codebereiche haben könnte und zukünftig nicht mehr unterstützt wird habe ich auf diese Nutzung verzichtet und lieber das Subquery abgeändert.

PS: Bitte jetzt nicht darauf hinweisen, dass es auch JOIN gibt. Aufgrund der Komplexität der Abfrage und weil diese auch noch nach bestimmten Bedingungen gebaut wurde, war ein IN mit einem Subquery, der einfachere Weg.

MFCProgrammierenSoftwareWindowsWindows APIMartin Richter - Do 14 Jan 2010 20:10

Ich habe eine relativ komplexe UI, die auch dynamisch Controls erzeugt. In diese Controls werden auch zum Teil Massen an Daten hineingeschoben. Damit alle Controls zeitgleich erst die Daten präsentieren verwende ich eine einfache Methode, die aus alten Windows Tagen stammt: CWnd::SetRedraw/WM_SETREDRAW. Man verwendet diese Nachricht zum Beispiel um das Flackern von Listboxen und Comboboxen zu verhindern, wenn man viele Daten einfügt.
Diese Nachricht wird von allen Fenstern unterstützt oder sollte unterstützt werden ;)

Meine Software macht nun folgendes:

  • Zuerst hat meine Ladeprozedur für die Daten, zuerst alle Controls erzeugt, oder überflüssige vernichtet und positioniert, oder evtl. nur ausgeblendet (ShowWindow(SW_HIDE). D.h. nach dem ersten Laden der Daten ändert sich am Layout evtl. nichts mehr.
  • Anschließend wurde an alle Controls CWnd::SetRedraw/WM_SETREDRAW mit FALSE gesendet.
  • Dann die Daten geladen.
  • Nach dem Laden wird einfach wieder CWnd::SetRedraw/WM_SETREDRAW mit TRUE gesendet und ein Invalidate durchgeführt.

Das funktioniert für alle Controls, mit einer Ausnahme: Das RTF Control. Wenn man WM_SETREDRAW TRUE an ein RTF Control sendet, das nicht sichtbar ist, dann wird dieses sichtbar. Der Stil WS_VISIBLE wird also verändert. :eek:

Um das Problem zu isolieren habe ich hier ein kleines Testprogramm geschrieben. Der kritische Code sieht so aus. Das gesamte Projekt kann man hier auch herunterladen: Demoprojekt.

void CTestRTFSetRedrawDlg::OnBnClickedBtDoit()
{
 bool bWasVisible = (m_wndEdRTF.GetStyle() & WS_VISIBLE)!=0;
 m_wndEdRTF.SetRedraw(FALSE);
 m_wndEdRTF.SetWindowText(_T("Line 1\r\nLine 2\r\nLine 3\r\nLine 4"));
 m_wndEdRTF.SetSel(0,0);
 m_wndEdRTF.SetRedraw(TRUE);
 m_wndEdRTF.Invalidate();
 bool bIsVisible = (m_wndEdRTF.GetStyle() & WS_VISIBLE)!=0;
 
 // Check if the visible state changed
  if (bIsVisible!=bWasVisible)
  AfxMessageBox(_T("The visible state of the RTF control changed!"));
}

Nachtrag 16.01.2010 (Danke Sven für Deinen produktiven Kommentar):
Auch andere Controls wie Button-, Static- und Edit-Controls verändern den Visible Status wenn WM_SETREDRAW angewendet wird. Einzig Listbox- und Combobox-Controls behalten den Visiblestatus korrekt bei :!:

InstallationProgrammierenSoftwareSupportTFSVS 2008WindowsMartin Richter - Do 12 Nov 2009 23:10

Ich habe einen Server auf dem mein TFS läuft. D.h. es ist eine Ein-Server Installation. SQL-Server, TFS und SharePoint liegen alle auf einem Windows 2003 R2.

In der letzten Zeit hatte ich schon das Gefühl, dass der erste Kontakt zum TFS ziemlich langsam war, bzw. auch das erste Speichern eines Tasks, oder Bugs.

Vor einigen Tagen dann bekam ich eine Meldung, dass kein Backup mehr durchgeführt wurde.
Eine Analyse ergab, dass auf dem TFS mit einem 100GB Raid5 Laufwerk nur noch 200MB frei waren. Eine Suche ergab, dass sich im Verzeichnis C:\Programme\Gemeinsame Dateien\Microsoft Shared\Web Server Extensions\12\LOGS\ weit über 22GB an Daten angesammelt hatten.

Eine weitere Analyse ergab, dass alle 15 Sekunden ca. 4000 Zeilen mit dem folgenden Text erzeugt wurden.

Alle 15 Sekunden ca. 4000 Einträge

11/02/2009 11:59:14.87  OWSTIMER.EXE (0×0F30)                    0×049C Windows SharePoint Services    Timer                          5uuf Monitorable Die vorhergehende Instanz des Timerauftrags ‘Config Refresh’, ID {0CA4803D-1621-49F4-BEFC-1BA2B441AC28} für den Dienst ‘{8B6CADF9-8ECE-409C-8D32-E336A5564C04}’ wird noch ausgeführt. Die aktuelle Instanz wird deshalb übersprungen. Sie sollten eine Vergrößerung des Intervalls zwischen den Aufträgen in Erwägung ziehen.

Einiges suchen im Internet ergab, dass ich nicht alleine an diesem Problem leide. Es gibt sogar einen KB Artikel dazu: http://support.microsoft.com/kb/941789/en-us/

Letzten Endes kann man die Warnungen unterdrücken, indem man den Logging Level verändert. Das geht einmal wie beschrieben über die SharePoint 3.0 Central Administration. Aber weitaus einfacher geht es auch über die Befehlszeilentools.

stsadm -o setlogginglevel -category timer -tracelevel unexpected 

Das ganze kostet aber immer noch einiges an Performance, denn dies unterdrückt nur die Protokollierung des Problems. Ein Refresh des Caches ist aber wirklich nicht alle 15 Sekunden notwendig, wie es die Standardeinstellungen vorsehen. Den Prozess alle 5 Minuten laufen zu lassen langt auch.
Das erreichen wir durch:

stsadm -o setproperty -propertyname job-config-refresh -propertyvalue "Every 5 minutes between 0 and 59"

Die entsprechende Doku dazu findet sich hier:
http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc424971.aspx
http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc261740.aspx

Die Standardwerte kann man wieder setzen durch die Befehle:

stsadm -o setlogginglevel -default -category timer
stsadm -o setproperty -propertyname job-config-refresh -propertyvalue "Every 15 seconds"

Ich hatte zu dem Problem auch den Microsoft Support bemüht, allerdings erfuhr ich hier auch nicht mehr, als ich selbst schon ermittelt hatte. Allerdings wurde mir angedeutet, dass es zu diesem Problem auch einen “noch” inoffiziellen Fix gibt. Mal sehen ob sich hier mal noch etwas tut.

Mein fix behebt zumindest das Problem mit den extrem vielen Log-Datei Daten- Und auch die Performance des TFS ist wieder etwas besser geworden, nachdem der entsprechende Timer Job nur noch alle 5 Minuten läuft.

Weitere Links zu OWSTIMER und den Timer Jobs des Sharepoint 3.0

C++MFCProgrammierenVS 2008VS 2010Martin Richter - Sa 01 Aug 2009 18:26

 Hash-Algorithmen haben es mir irgendwie angetan. 1984 hatte ich das erste mal mit einem miesen Hashverfahren zu tun, das einfach versagte wenn es nur um Ziffern ging. Das ganze betraf das Betriebssystem OASIS (später TheOS) und dessen Index Dateiorganisation. Ich entwickelte hierfür einen Patch in Assembler, der damals exakt in den x-Bytes der Kernels in Z80 Assembler passen musste.
Das Problem bei Strings die nur aus Ziffern bestehen ist das die Veränderung, die immer nur die unteren 4 Bits betrifft und die höheren 4 Bits immer konstant sind mit 3 belegt sind.

Als ich gelesen habe,  dass in VS-2010 die CMap Implementierung nun auch für Strings den selben Algorithmus aus der STL erhalten, habe ich mir auch den mal genauer angesehen. (siehe Beitrag Die MFC erhält mit VC-2010 jetzt eine neue HashKey Implementierung)
Der sieht so aus:

inline UINT CMapStringToString::HashKey(LPCTSTR key) const
{
  UINT nHash = 0;
  if (key == NULL)
  {
    AfxThrowInvalidArgException();
  }
 
  while (*key)
    nHash = (nHash<<5) + nHash + *key++;
  return nHash;
}

Und auch in diesem Fall muss ich sagen, dass der Algorithmus nur scheinbar intelligent ist. Wenn man sich aber die Abstände die hier erzeugt werden etwas genauer anschaut kommt man schnell auf eine Wertekombination, in der der Algorithmus versagt.
Wie sehr er versagt zeigt das folgende Beispiel, in dem ich einfach einen String verwende der aus 5 Ziffern besteht und immer den Abstand 11 verwendet.

CMapStringToPtr myMap;
for (int i=0; i<1000; i+=11)
{
  CString strKey;
  strKey.Format(_T("%05d"),i);
  myMap[strKey] = NULL;
}

Das erschreckende Ergebnis der Verteilung ist bei einem Unicode wie auch MBCS Projekt:

TMyMap<class CMapStringToPtr>::DumpMap
Bucket  0 =  0
Bucket  1 =  0
Bucket  2 =  0
Bucket  3 =  0
Bucket  4 =  0
Bucket  5 =  0
Bucket  6 =  0
Bucket  7 =  0
Bucket  8 = 36
Bucket  9 =  0
Bucket 10 =  0
Bucket 11 =  0
Bucket 12 =  0
Bucket 13 =  0
Bucket 14 = 55
Bucket 15 =  0
Bucket 16 =  0

Wie gut, dass auch die String Variante von HashKey überarbeitet wird.

BTW: Da die internen Strukturen protected sind muss man zu einem kleinen Trick greifen um die Verteilung ausgeben zu können. Ich habe dazu ein template verwendet, dass für alle MFC Maps funktioniert.

template<class TBase> class TMyMap : public TBase
{
public:
  void DumpMap()
  {
    TRACE(__FUNCTION__ "\n");
    if (m_pHashTable)
    {
      for (size_t i=0; i<m_nHashTableSize; ++i)
      {
        int iCount = 0;
        for (CAssoc *p = m_pHashTable[i]; p; p=p->pNext)
          ++iCount;
        TRACE("Bucket %2d = %4d\n", i, iCount);
      }
    }
  }
};

Merke: Wer Hashes verwendet sollte sich über sein Hashverfahren wirklich gedanken machen.

BTW: Sollte es den Leser meines Blogs langsam langweilen weil ich mich permanent mit Hash-Algorithmen aufhalte, der sei getröstet: Dies war vorläufig mein letzter Beitrag zu CMap… :mrgreen:

C++MFCProgrammierenVS 2008VS 2010Martin Richter - Mi 29 Jul 2009 17:50

Ich hatte die schlechte Hashkey Implementierung ja bereits in VC-2005 als Bug gemeldet (siehe Die HashKey Implementierung in der MFC in VC-2005 und VC-2008). In VC-2008 geschah dies bzgl. wieder nichts. Aber was lange währt wird manchmal gut ;)

Die neue Implementierung wird aus der aktuellen STL übernommen. Diese Implementierung sorgt für Integer und Pointer für eine sehr gute zufällige Verteilung. Und weitere gute Nachricht dazu, auch die Implementierung für Strings wird aus der STL übernommen.

Zitat:

Hello Martin,

Thanks for the report. This issue has been fixed in MFC for Visual Studio 2010. MFC now uses the STL hash functions directly when possible, or uses a new algorithm copied from STL (in the case of strings).

Pat Brenner
Visual C++ Libraries Development
Von Microsoft am 20.07.2009 um 12:15 bereitgestellt

Siehe https://connect.microsoft.com/VisualStudio/feedback/ViewFeedback.aspx?FeedbackID=468860

DebuggingProgrammierenVistaVista / Windows 7Windows APIMartin Richter - Sa 11 Jul 2009 09:54

Am 17. Januar habe ich den folgenden Artikel geschrieben: DrawText unter Vista gegenüber XP um bis zu Faktor 50 langsamer!

Ich möchte Euch die Auflösung des Problems nicht vorenthalten.

Eigentlich ist es keine Lösung sondern nur der Fakt, dass auch XP unter gleichen Bedingungen genauso lahm ist wie Vista.
Es liegt an den erweiterten Spracheinstellungen, die unter XP optional sind aber eben nicht mehr unter Vista. Dort sind die immer mit installiert.

So sieht das ganze bei einer normalen XP Installation aus, mit der entsprechenden Performance:
XP-DrawText-Fast

Man kann sehen, dass die zwei unteren Checkboxen aus sind. Wenn man diese nun einschaltet und die entsprechenden Module nachinstalliert werden, dann erlebt man unter XP nach einem Neustart die selben Geschwindigkeitseinbruch wie unter Vista:
XP-DrawText-Slow

Mein Testprogramm läuft fast 50mal langsamer als bei der Standardinstallation und damit genauso schnell/lahm wie unter Vista. Nimmt man die zwei Checks wieder heraus, dann hat man den alten gewohnten Speed.

Wenn man unter Vista in den entsprechenden Dialog der Systemeinstellung sieht, kann man auch sehen, dass man hier nichts mehr beschleunigen kann durch eine eventuelle Deinstallation, denn offensichtlich gehören diese Bestandteile bei Vista zum Inventar:
Vista-DrawText-Slow

So und damit ist auch diese Supportanfrage bei Microsoft “ungelöst”, aber zumindest “erklärt” geschlossen.

Ich frage mich dennoch warum eine solche EInstellung solche Auswirkungen haben muss. Letzten Endes sind das auch nur Fonts mit denen umgegangen werden muss. Ich finde diesen extremen Unterschied auffällig, allerdings wird sich vermutlich nichts daran ändern…

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Juli und verziehe mich jetzt erstmal für die nächsten 2 1/2 Wochen ohne Laptop und PC an die Nordsee, zum Radfahren, Baden und Drachen steigen lassen… ;)

MFCProgrammierenVS 2008VS 2010Martin Richter - So 14 Jun 2009 12:51

Die Maps in der MFC werden ja auch zum Teil gerne verwendet. Auch wenn viele Programmierer eher auf die std::map bzw. std::hash_map verwenden.

Zwei interne Dinge sind jedoch vielen Entwicklern nicht klar.

  1. Die Standard-Maps der MFC werden mit 17 Hash-Buckets erzeugt. Man sollte sich also über die Anzahl der Elemente klar werden, die gespeichert werden sollen.
    Bei großen Datenmengen sollte man evtl. darüber nachdenken, die Anzahl der Buckets zu erhöhen.
  2. Ist die Hash Funktion zu beachten, die hier verwendet wird. Denn deren Effektivität entscheidet ja, wie die Einträge auf die Buckets verteilt werden.

Zu diesem zweiten Punkt macht man eine erstaunliche Entdeckung, wenn man sich ansieht, was Microsoft für eine Funktion vorgesehen hat um den Hask-Key zu erzeugen. Diese Funktion ist in der MFC für primitive Werte vordefiniert, als primitive Werte sehe ich alle numerischen Werte, Zeiger und Handle an.
Man findet eine Implementierung als Template-Funktion in afxtempl.h:

template<class ARG_KEY>
AFX_INLINE UINT AFXAPI HashKey(ARG_KEY key)
{
 // default identity hash - works for most primitive values
 return (DWORD)(((DWORD_PTR)key)>>4);
}

Das erstaunliche ist für mich, dass hier die untersten 4 Bits einfach abgeschnitten werden. Für mich hätte für Handles, Zeiger und Integer Werte einfach ein cast gelangt.

Nehmen wir jetzt mal an, wir haben eine einfache Datenmenge, die die Integer 1-100 auf eine Struktur abbilden. Man wird die erstaunliche Entdeckung machen, dass alle Werte nur in den Buckets 0-6 abgespeichert werden. Die Buckets 7 bis 16 werden nicht verwendet.

Der Nachteil ist offensichtlich. Man nutzt das Datenrauschen auf den untersten 4 Bits nicht.
Das macht sich sogar bei Fensterhandles bemerkbar. Bekanntlich sind das immer gerade Werte, aber auch auf den Bits 1-3 finden wir hier Informationen. Auch hier werden nützliche “zufällige” Informationen nicht genutzt. Dadurch werden mehr Kollisionen in Kauf genommen als notwendig wären.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass die MFC Maps wirklich eine Berechtigung haben, weil sie grundsätzlich einen Pool-Allocator verwenden. Häufige Allokationen und Löschungen werden weitaus schneller behandelt, als durch die std::map, oder std::hash_map mit normalen Allocator.

Ich habe diesen Bug (oder miese Verhalten) bereits in der Beta für VC-2008 gemeldet. Es wurde aber nicht mehr geändert. Nun habe ich es an die Produktgruppe erneut  für VC-10 eingereicht.
https://connect.microsoft.com/VisualStudio/feedback/ViewFeedback.aspx?FeedbackID=100772
Nachtrag 22.06.2009: Da der Bug von Microsoft nicht neu geöffnet wird habe ich einen neuen für VS-2010 Beta 1 angelegt.
https://connect.microsoft.com/VisualStudio/feedback/ViewFeedback.aspx?FeedbackID=468860
Wer Lust hat, der kann ja abstimmen.

BTW: Die HaskKey Funktion in afxtempl.h ist für andere Maps (z.B. CMapPtrToPtr) direkt in der Klasse definiert. Dieses Template wird nur vom CMap-Template verwendet.

C++ProgrammierenSonstigesMartin Richter - Sa 25 Apr 2009 19:35

Wieder mal eine nette Falle: Implizite Konvertierungen und ein Refactoring-Versuch.

Folgende Methoden wurden in einer Klasse verwendet:

100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
...
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet,
            CAgvipTableCoreData &coreData,
            bool bSilent=false);
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet, long lIdProject,
            CAgvipTableCoreData &coreData,
            bool bSilent=false);
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet,
            CDataConnection &dataConnection,
            CAgvipTableCoreData &coreData);
...

Die dritte Methode passte mir nicht von der Reihenfolge der Argumente. und ich änderte sie wie folgt um:

107
108
109
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet,
            CAgvipTableCoreData &coreData,
            CDataConnection &dataConnection);

Ich habe mich nun einfach darauf verlassen, dass der Compiler mir alle entsprechenden Code Stellen schon anmeckern wird, an denen hier was nicht passt. Da ich noch einiges anderes an der Klasse geändert hatte, dauerte es noch eine Weile bis ich den nächsten Build angeworfen habe, und ehrlich gesagt, habe ich das Refactoring dieser Funktion vergessen.
Typischer Fall von: Zu viel auf einmal & Der Compiler macht einfach nicht was ich will ;)

Was passierte? Nichts :!:
Ich bekam keine Fehlermeldung zu dieser Änderung, denn CDataConnection hat eine implizite Konvertierung auf bool. Die Folge war, dass die erste Signatur der Funktion auch dieser Folge von Argumenten entsprach.

101
102
103
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet,
            CAgvipTableCoreData &coreData,
            bool bSilent=false);

Logisch, dass diese Funktion natürlich eine anderes Verhalten hatte und hier nicht mehr das passierte was ich eigentlich wollte.
Dämlicherweise rutschte diese Änderung auch noch durch die Tests und eine ganze Funktionsgruppe unserer Software wurde lahmgelegt und so ausgeliefert… Ein Bug, dazu noch von der Kategorie vermeidbar.
Was lernen wir:

  1. Es gibt keine fehlerfreie Software!
  2. Die kleinen Änderungen bringen die größten Fehler!
  3. Sich beim Refactoring auf den Compiler zu verlassen kann tückisch werden!
ProgrammierenSQLMartin Richter - Di 21 Apr 2009 20:19

Ich nutze viel das MS-SQL Server Management Studio für MS-SQL 2005. Besonders um eben auch SQL-Statements zu testen und zu entwerfen.

Häufig lasse ich mir dazu einfach eine aktuelle Tabelle anzeigen. Mit Strg+3 kann man sich nun das SQL-Statement anzeigen lassen und es ändern. Also z.B. eine WHERE Bedingung hinzufügen.
Jeder der den Enterprise Manager gewohnt ist haut nun auf die F5-Taste, es passiert natürlich nichts :eek: . OK times are changing, wir benutzen also brav Strg+R um das neue Statement auszuführen.

OK nun klicken wir auf den Datenbanknamen und wählen hier im Kontextmenü Neue Abfrage aus. Ein bisschen SQL Statement schreiben und wir drücken Strg+R . :eek: Was denn nun? Wir bemühen also das entsprechende Menü und finden das hier der entsprechende Hotkey F5 ist.

Wer nun wieder mit MS-SQL Server 2008 arbeitet wird nun mit Strg+R kein Glück haben. Jetzt ist alles wieder gut und hier funktioniert nur noch F5. Jetzt ist dafür der Abfrage-Designer ist nun ein separater Dialog geworden, der das entsprechende Statement in das Abragefenster überträgt.
(Nachtrag 2009-05-06) Wenn man aus im Management Studio 2008 den Punkt Zeilen bearbeiten auswählt, hat man das selbe miese Verhalten wie im Management Stusio 2005. Man kommt nur nicht mehr so offensichtlich in diesen Bearbeitungsmodus und landet eher auf einer Abfrage, in der man dann aber das Ergebnis nicht bearbeiten kann.

Es gibt Momente in denen ich mich beherrschen muss nicht in die Tischplatte zu beißen… :mad:

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