C++ProgrammierenMartin Richter - Fr 28 Jan 2011 18:09

Wieder mal hat sich in unserer Software ein kleiner und ganz mieser Fehler eingeschlichen, obwohl der Entwickler “eigentlich” an alles gedacht hatte.

class A
{
...
    virtual void Doit() const;
...
};
 
class DerivedA : public A
{
...
    virtual void Doit(); 
...
};
 
void Foo()
{
...
    A *pA = Something();
...
    pA->Doit();
...
}

Sieht alles gut aus. Leider fehlt das kleine nette Wort const beim Überscheiben der Funktion Doit und daraus folgt, dass DerivedA::Doit niemals aufgerufen wird.

Obwohl wir VC-2010 verwenden, hat der neue C++0x Standard noch keinen Einzug in unseren Köpfen gefunden.
Das kleine Wort override in DerivedA hätte diesen Fehler verhindert.

class DerivedA : public A
{
...
    virtual void Doit() override;
// This line results in:
 
// error C3668: 'DerivedA::Doit' :
// method with override specifier 'override' did
// not override any base class methods
...
};

Es wird wirklich Zeit, dass C++0x auch wirklich genutzt wird, aber wie alles Neue muss man es sich besonders am Anfang immer wieder bewusst machen, damit es einem direkt zur Angewohnheit wird.
override ist sogar schon in VC-2008 und dem nativen Compiler implementiert. Allerdings wundert es mich, dass hier nicht dann auch gleich das Schlüsselwort new eingeführt wurde.
Aber das man unter dem gleichen Namen wirklich einen neuen Slot in der vtable aufmacht ist wirklich eher selten. Ich persönlich hatte dafür bisher noch keine Verwendung. 

Leider ist C++0x  nicht komplett in der C++ Doku in der MSDN hervorgehoben. Man kann nicht mal erkennen, dass sealed und abstract MS-Extensions sind, und override im Standard verankert ist. Schade…

Damit man sich etwas besser einen halbwegs kompletten Überblick verschaffen kann habe ich hier ein paar Links zusammengestellt.

Siehe auch:

AllgemeinMartin Richter - Do 13 Jan 2011 21:52

Manchmal, wenn man ein kleines Programm entwickelt mag es als Overkill erscheinen extra Code für Minidumps einzubauen.
Was aber, wenn man doch einen Fehler aufspüren möchte und ein Minidump ad hoc ganz praktisch wäre?

Unter Vista und Windows 7 ist es ganz einfach in den WER Einstellungen Einträge vorzunehmen, mit denen man mit nur ein paar Registry Einträgen sofort zu Minidumps kommt.

Nachfolgend die Registry Einträge, die einen Fulldump im Verzeichnis %LOCALAPPDATA%\CrashDumps erzeugen.

Windows Registry Editor Version 5.00
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\Windows Error Reporting\LocalDumps]
"DumpType"=dword:00000001
"DumpCount"=dword:00000010
"DumpFolder"=hex(2):25,00,4c,00,4f,00,43,00,41,00,4c,00,41,00,50,00,50,00,44,\
00,41,00,54,00,41,00,25,00,5c,00,43,00,72,00,61,00,73,00,68,00,44,00,75,00,\
6d,00,70,00,73,00,00,00

Eine vollständige Liste der Einstellungen findet sich in der MSDN Doku:
http://msdn.microsoft.com/en-us/library/bb787181(VS.85).aspx

PS:
Ich benutze diese Einstellungen aktuell auch einem Bug in VisualStudio 2010 auf die Spur zu kommen, damit ich Crashdumps regelmässig an http://connect.microsoft.com übertragen kann.

PPS: (14.01.2011 nach Hinweis von André)
Wie man auch der Doku ennehmen kann ist fpr dieses Funktion Vista SP1, Windows 2008 Server oder Windows 7 notwendig. Vista RTM hat diese Funktion nicht.

DebuggingProgrammierenSQLMartin Richter - Mi 22 Sep 2010 21:34

Nach einem der letzten Updates unserer Software meldete uns ein Kunde einen SQL Fehler, der bei einer bestimmten Operation auftrat. Er setzt den MS-SQL Server 2008 ein.

OK, meine Testumgebung hat drei Server von SQL 2000, über 2005 bis 2008 R2. Keine der Testumgebungen brachte bei der entsprechenden gleichen Operation einen Fehler :-? Gut oder besser schlecht… Der Kunde bekommt nun eine Fehlermeldung und auch wenn Kunden meistens ja nicht recht haben wenn sie Fehler melden :D  schaute ich mir dennoch alle SQL Befehle etwas genauer an, die meine Software da auslöste.
In dem entsprechenden Teil meiner wurde nach Benutzerangaben ein relativ komplexer Query durch einen Abfragegenerator zusammengebaut. Darunter fand sich auch der folgende Subquery, als Teil der gesamten Abfrage:

SELECT a.[Id] FROM [tblXYZ] AS a
  WHERE
    (((a..[IdParent] IS NULL
       AND a..[Id] NOT IN
         (SELECT [IdXYZ]
            FROM [tblSomething]
              WHERE [IdParent] IS NOT NULL))))

Unschwer zu sehen werden hier mit dem Alias a zusammen irgendwie zwei Punkte verwendet. Bleibt die Frage warum in meiner Umgebung nun kein Fehler passiert und beim Kunden ein nun Syntax Fehler ausgelöst wird.

Nach einigem Suchen fand ich die Ursache im Kompatibilitätsgrad, den man im Managementstudio unter Datenbank -> Datenbankname -> Eigenschaften -> Optionen je Datenbank separat einstellen kann. Dort sind folgende Einstellungen möglich.

SQL Server 2000 (80)
SQL Server 2005 (90)
SQL Server 2010 (100)

In meiner Testumgebung verwende ich eine Datenbank, die seit den ersten Anfängen unserer Software immer weiter als Testumgebung mit vielen Testdaten dient. Sie wurde erstmals auf einem SQL Server 2000 angelegt. Dann auf einen 2005er und schließlich auf einen SQL Server 2008 R2 umgezogen. Netterweise – oder besser dummerweise – hat sich der SQL Server bei jeder Umstellung die ehemalige Kompatibilität gemerkt. Und man staunt nicht schlecht: Auf einem SQL Server 2000 ist es kein Fehler zwischen Alias und Spaltennamen zwei Punkte zu schreiben. Bei einem SQL Server 2005 oder später ist das sehr wohl ein Syntaxfehler.
Der Fehler lag also doch bei uns - was ja wirklich selten vorkommt :D – und wurde trotz genauer Tests nicht entdeckt.

Man merke sich: SQL Server Syntax ist trotz gleicher SQL Server Version eben doch lange nicht das selbe.
Wer also Software auf einem SQL Server testet sollte tunlichst darauf achten welchen Kompatibilitätsgrad er benutzt :!:

C++ProgrammierenSoftwareToolsMartin Richter - Mo 12 Apr 2010 20:16

Vor einiger Zeit habe ich versucht mit einem anderen Werkzeug mal den eigenen Code zu analysieren.
Ich habe CppDepend entdeckt.  http://www.cppdepend.com/

Gerade bei großen Projekten kann man schnell den Überblick verlieren und es ist schwierig die abhängigen Klassen und Objekte in Ihren Verbindungen zu sehen oder mögliche Designprobleme nachträglich festzustellen. Oder den richtigen Ansatzpunkt für Reviews zu finden. Man hat manchmal das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, aber man weiß oft nicht genau was.

CppDepend kann helfen schlecht konstruierte Klassen zu finden, Fehler in den Namenskonfentionen oder der Dokumentation und gezielter auf notwendige Reviews hinzuweisen.
Durch eine eigene Abfragesprache ist es extrem einfach große unübersichtliche Funktionen zu finden. Klassen mit zyklischen Abhängigkeiten und extreme Vererbungstiefen aufzuspüren. Besonders einfach wird es zum Beispiel auch Namenskonventionen zu überprüfen. Die eigene Codebase wird durch die Abfragesprache analysierbar.

Ich empfand die graphischen Darstellungen der eigenen Codebasis und die Ergebnisse der Abfragen in diesen Grafiken als extrem anschaulich und nützlich. Weitaus mehr als manche tabellarische Analyse meines Codes.

Einen guten Einblick was hier möglich ist liefern die Case-Studies. Wie zum Beispiel die Analyse der MFC 8.0 (VC-2005) http://www.cppdepend.com/MFC.aspx. Man kann die MFC sicherlich nicht als Glanzstück des OOP bezeichnen, umso mehr ist es mal interessant mit diesem Tool einen Blick auf die MFC zu werfen. Wem das nicht anschaulich genug ist kann sollte sich auch die anderen Case-Studies mal ansehen. Oder noch besser die Software 2 Wochen testen.

Ein gutes Tool, aber leider nicht ganz billig, aber in jedem Fall mal einen Blick wert.

C++DebuggingMFCProgrammierenMartin Richter - Sa 05 Sep 2009 10:52

Neulich bei einem Codereview, lief mir Code in den beiden nachfolgenden Formen über meinen Monitor:

BOOL CMyDialog::PreTranslateMessage(MSG *pMsg)
{
    // Translate Messages (ON_KEYDOWN -> ON_COMMAND)
    TranslateAccelerator(m_hWnd,m_hAccel,pMsg);
    // Let the ToolTip process this message.
    m_tooltip.RelayEvent(pMsg);
    return __super::PreTranslateMessage(pMsg);
}

- bzw.  -

BOOL CMyWnd::PreTranslateMessage(MSG *pMsg)
{
  BOOL bResult = __super::PreTranslateMessage(pMsg);
  DoSomething();
  return bResult;
}

Sieht OK aus, aber hier tritt ein grundsätzliches Problem auf:

In beiden Funktionen wird evtl. eine Nachricht behandelt. Allerdings wird in diesem Fall nicht umgehend die Funktion verlassen. Durch das Behandeln der Nachricht kann nämlich das Fenster/Objekt, zu dem PreTranslateMessage gehört, bereits zerstört sein. In diesem Fall kehrt PreTranslateMessage zurück und der this Zeiger ist bereits ungültig.

Es ist also imminent wichtig in dem Moment in dem erkannt wird, dass die Nachricht behandelt wurde, auch umgehend die Funktion mit TRUE zu verlassen und keine weitere Memberfunktion oder gar Membervariable mehr zu nutzen. Beides könnte zu einem üblen Crash führen.

Der korrekte Code sähe also so aus:

BOOL CMyDialog::PreTranslateMessage(MSG *pMsg)
{
  // Translate Messages (ON_KEYDOWN -> ON_COMMAND)
  if (TranslateAccelerator(m_hWnd,m_hAccel,pMsg))
    return TRUE;
  // Let the ToolTip process this message.
  m_tooltip.RelayEvent(pMsg);
  return __super::PreTranslateMessage(pMsg);
}

- oder -

BOOL CMyWnd::PreTranslateMessage(MSG *pMsg)
{
  if (__super::PreTranslateMessage(pMsg))
    return TRUE;
  DoSomething();
  return FALSE;
}

PS: Beide Codeteile wurden durch Crashdumps aus WinQual gefunden. Regelmäßig, alle 2 Monate schaue ich mir Dumps an, von den Top-Crashes, die dort verzeichnet sind, und mache entsprechende Code-Reviews.
Der erste Code, stammte aus einem speziellen nicht modalen Dialog, der durch Drücken bestimmter Tastenkombinationen geschlossen und zerstört wurde.
Der zweite Code stammte aus einem Popup-Fenster, dass auch durch Mausaktivitäten oder Tastendrücke zerstört wurde.
Ich kann jedem nur raten WinQual auch zu nutzen, es dient der Qualtitätssicherung und man findet viele kleine Bugs, die manchen User ärgern, die aber nie sonst gemeldet würden.

C++CRTDebuggingMFCProgrammierenVS 2008VS 2010VS-Tipps&TricksMartin Richter - So 30 Aug 2009 16:10

ASSERTs in der MFC und in der CRT sind tolle Hilfsmittel, aber nicht selten verfälschen sie auch das Problem alleine dadurch, dass ein Fenster aufpoppt, wenn der ASSERT zuschlägt. Hat man nun einen Code, der in einem Tooltipp etwas Böses macht, dann wird der Tooltipp selbst aber schon wieder durch das erscheinen der ASSERT Meldung zerstört. Oder es wird ein neuer ASSERT ausgelöst. Der Callstack wird dadurch oft schwer zu lesen.
Besonders heikel kann dies auch noch werden wenn man mehrere Threads hat. Gleichfalls problematisch ist, dass in dem Moment in dem die ASSERT Box auftaucht nun auch wieder alle Timer weiterlaufen und sehr eigentümliche Seiteneffekte weiter auslösen können, dito. Probleme in WM_PAINT Handlern, denn auch die lösen evtl. schon wieder Aktionen aus, die Variablen verändern.

Nett ist am ASSERT-Dialog natürlich die Möglichkeit Ignorieren zu sagen und das Programm weiter laufen zu lassen. Ganz besonders wenn man Debug Versionen im Testfeld mit Anwendern testet.

Dennoch bin ich bei Debug-Versionen dazu übergegangen ASSERTs direkt  crashen zu lassen, bzw. direkt einen Debug-Break auszulösen. Das erleichtert das Lesen des Crashdumps bzw. hilft auch beim Debuggen, weil man direkt an der Stelle steht wo es hakt und alle Fenster und Variableninhalte exakt noch so sind, wie Sie es beim Auftreten des Problems waren (Tooltips, Popups, Menüs etc.).

Der Code um das zu erreichen ist relativ simpel. Man verwendet dazu _CrtSetReportHook2. In dem Hook sagt man einfach was man gerne hätte. Nämlich bei einem ASSERT oder ERROR keinen Dialog sondern einen Break (INT3).

#ifdef _DEBUG
int __cdecl DebugReportHook(int nReportType, char* , int* pnRet)
{
  // Stop if no debugger is loaded and do not assert, cause a crash
  // - returning TRUE indicates that we handled the problem, so no other hook
  //   needs to perform any action
  // - setting the target of *pnRet to TRUE indicates that the CRT should
  //   execute an INT3 and should crash or break into the debugger.
  return *pnRet = nReportType==_CRT_ASSERT ||
                  nReportType==_CRT_ERROR ?
                            TRUE : FALSE;
}
#endif
 
void SetBreakOnAssert(BOOL bBreakOnAssert/* =FALSE */)
{  
// Need to disable the ASSERT handler?
#ifdef _DEBUG  
  if (bBreakOnAssert)   
    _CrtSetReportHook2(_CRT_RPTHOOK_INSTALL, DebugReportHook); 
  else   
    _CrtSetReportHook2(_CRT_RPTHOOK_REMOVE, DebugReportHook);
#else
  UNUSED_ALWAYS(bBreakOnAssert);
#endif
}

Durch diese kleine Funktion SetBreakOnAssert kann man dieses Verhalten nun einfach ein- und ausschalten. Nähere Details stehen im Kommentar der Hook-Funktion.

DebuggingMFCProgrammierenVS 2008VS 2010VS-Tipps&TricksWindows APIMartin Richter - So 09 Aug 2009 18:50

Wer wollte nicht schon immer mal gerne TRACE (Debug)-Ausgaben in seinem Release Programm haben ohne dafür überall OutputDebugString reinschreiben zu müssen.

Die nachfolgene kleine Klasse macht es möglich, den gewohnten Syntax des MFC TRACE Makros zu verwenden und direkt auf die Debugausgabe umzuleiten:

//    CTraceToOutputDebugString
//        Is a nice replacment class for TRACE
//        Easy to use with:
//            #undef TRACE
//            #define TRACE    CTraceToOutputDebugString()
 
class CTraceToOutputDebugString
{
public:
    // Non Unicode output helper
    void operator()(PCSTR pszFormat, ...)
    {
        va_list ptr;
        va_start(ptr, pszFormat);
        TraceV(pszFormat,ptr);
        va_end(ptr);
    }
 
    // Unicode output helper
    void operator()(PCWSTR pszFormat, ...)
    {
        va_list ptr;
        va_start(ptr, pszFormat);
        TraceV(pszFormat,ptr);
        va_end(ptr);
    }
 
private:
    // Non Unicode output helper
    void TraceV(PCSTR pszFormat, va_list args)
    {
        // Format the output buffer
        char szBuffer[1024];
        _vsnprintf(szBuffer, _countof(szBuffer), pszFormat, args);
        OutputDebugStringA(szBuffer);
    }
 
    // Unicode output helper
    void TraceV(PCWSTR pszFormat, va_list args)
    {
        wchar_t szBuffer[1024];
        _vsnwprintf(szBuffer, _countof(szBuffer), pszFormat, args);
        OutputDebugStringW(szBuffer);
    }
};

Durch den obenstehenden Code kann man auch in einer Release Version Trace Ausgaben erzeugen und z.B. mit DebugView.exe (Sysinternals) sichtbar machen, ohne evtl. weitere Anpassungen vornehmen zu müssen:

// Activate my special tracer
#undef TRACE
#define TRACE    CTraceToOutputDebugString()
 
void Foo()
{
     // Sometime usefull to see the output in a release version too
     TRACE(__FUNCTION__ " called at %d\n", GetTickCount());
}
C++DebuggingProgrammierenWindows APIMartin Richter - Do 18 Jun 2009 19:46

Wer unter Windows XP angefangen die FaultRep.dll für Crash-Reports zu verwenden, wird unter Vista eine üble Erfahrung machen. Entgegen der Dokumentation kehrt ReportFault unter Vista nicht zurück.

Das ist besonders lästig, wenn man nach dem Melden des Fehlers aufgrund des Feedbacks des Kunden noch selber Aktivitäten in der eigenen Software vorgesehen hatte.

Wieder ein Fall wo es schwierig ist zwischen verschiedenen Windows-Betriebssystemen kompatibel zu bleiben. Da hat man sich auf Windows XP eingelassen und unter Vista ist das entsprechende Interface schon wieder deprecated.

C++CRTDebuggingMFCProgrammierenMartin Richter - So 07 Jun 2009 12:08

Ich verwende gerne ASSERT’s in meinem Code.
Sie sind ein wirksames Mittel Zustände abzufragen und bereist in der Testphase unzulässige Konstellationen oder Funktionsaufrufe zu entdecken.

Nun gibt es ja auch if, else oder switch Blöcke an denen das Programm normalerweise nicht vorbei kommen sollte. So eine Stelle versieht man dann schon mal mit einem

_ASSERT( FALSE );
// oder wer die MFC benutzt eben ASSERT,
// obwohl dies auch nur ein Synonym für den CRT _ASSERT makro ist
ASSERT(FALSE);

Jetzt müsste man noch einen Kommentar davor setzen, damit klar wird was hier schief läuft. Man kann das Ganze aber auch einfach kombinieren und noch einen Zusatznutzen erreichen indem man den etwas unbekannteren Makro _ASSERTE verwendet:

_ASSERTE( !"MyFuncFooHandler: This is not allowed in my special Foo Handler" );

Die Negation macht aus dem Zeiger auf den konstanten String FALSE, und damit schlägt der ASSERT an.
Wenn man jetzt wie hier gezeigt noch den _ASSERTE Makro verwendet, dann wird diese Expression, also der Text, sofort mit anzeigt. Man sieht dann sofort was das Problem ist sobald der ASSERT Dialog angezeigt wird.

C++ProgrammierenSonstigesMartin Richter - Sa 25 Apr 2009 19:35

Wieder mal eine nette Falle: Implizite Konvertierungen und ein Refactoring-Versuch.

Folgende Methoden wurden in einer Klasse verwendet:

100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
...
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet,
            CAgvipTableCoreData &coreData,
            bool bSilent=false);
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet, long lIdProject,
            CAgvipTableCoreData &coreData,
            bool bSilent=false);
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet,
            CDataConnection &dataConnection,
            CAgvipTableCoreData &coreData);
...

Die dritte Methode passte mir nicht von der Reihenfolge der Argumente. und ich änderte sie wie folgt um:

107
108
109
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet,
            CAgvipTableCoreData &coreData,
            CDataConnection &dataConnection);

Ich habe mich nun einfach darauf verlassen, dass der Compiler mir alle entsprechenden Code Stellen schon anmeckern wird, an denen hier was nicht passt. Da ich noch einiges anderes an der Klasse geändert hatte, dauerte es noch eine Weile bis ich den nächsten Build angeworfen habe, und ehrlich gesagt, habe ich das Refactoring dieser Funktion vergessen.
Typischer Fall von: Zu viel auf einmal & Der Compiler macht einfach nicht was ich will ;)

Was passierte? Nichts :!:
Ich bekam keine Fehlermeldung zu dieser Änderung, denn CDataConnection hat eine implizite Konvertierung auf bool. Die Folge war, dass die erste Signatur der Funktion auch dieser Folge von Argumenten entsprach.

101
102
103
bool GetTableCoreData(long lIdAddrSet,
            CAgvipTableCoreData &coreData,
            bool bSilent=false);

Logisch, dass diese Funktion natürlich eine anderes Verhalten hatte und hier nicht mehr das passierte was ich eigentlich wollte.
Dämlicherweise rutschte diese Änderung auch noch durch die Tests und eine ganze Funktionsgruppe unserer Software wurde lahmgelegt und so ausgeliefert… Ein Bug, dazu noch von der Kategorie vermeidbar.
Was lernen wir:

  1. Es gibt keine fehlerfreie Software!
  2. Die kleinen Änderungen bringen die größten Fehler!
  3. Sich beim Refactoring auf den Compiler zu verlassen kann tückisch werden!

« Vorhergehende SeiteNächste Seite »