ATLProgrammierenSQLWindows APIMartin Richter - Mo 18 Jan 2010 20:19

Wie bekommt man eigentlich einfach eine Liste aller verfügbaren SQL-Server im Netz?

In der MSDN findet sich schnell ein Artikel How to enumerate available instances of SQL Server by using the SQLDMO components. Allerdings ist dieser Artikel wenig nützlich, denn SQL-DMO findet man nur noch selten auf einem Rechner.

Dabei ist es doch relativ einfach, denn OLE-DB sieht hierfür Enumeratoren vor. Aber auch die sind nicht sonderlich gut dokumentiert. In der SQL-2000 Server Doku findet sich noch ein Eintrag für den SQLOLEDB Enumerator. Für den neuen nativen OLE-DB Clienst für den SQL-Server finde ich nichts mehr dazu.

ATL stellt direkt Klassen zur Verfügung, die die Nutzung von Enumeratoren zu einem Kinderspiel machen.

Anbei ein Codeschnippsel der alle bekannten MS-SQL Server enumeriert. Ich beginne dabei mit dem neuesten Client (2008) und gehe die Schleife weiter bis zum ältesten Server Client (2000).
Wird ein Enumerator gefunden, und dieser lieferte Ergebnisse, dann wird die Schleife abgebrochen. Denn alle Enumeratoren liefern im Allgemeinen das gleiche Ergebnis.

Code:

 
//////////////////////////////////////////////////////////////////////////
// Main function to enumerate all servers with the appropriate
// known enumerators.
 
typedef std::set  TSET_CString;
 
void EnumSQLServer(TSET_CString &setSQLServer)
{
  // We may need the local server name. 
  // We replace the token (local) with the current computer name.
  CString strCompLocal;
  DWORD dwLen = MAX_COMPUTERNAME_LENGTH+1;
  ::GetComputerName(CStrBuf(strCompLocal,dwLen),&dwLen);
 
  // Loop over all enumerators we know
  static const PCWSTR aEnumerator[] =
  {
    L"SQLNCLI10 Enumerator",    // SQL 2008
    L"SQLNCLI Enumerator",      // SQL 2005
    L"SQLOLEDB Enumerator"      // SQL 2000
  };
 
  // Try all enumerators
  for (int i=0; i < _countof(aEnumerator); ++i)
  {
    // Check if we have an enumerator
    bool bFoundAny = false;
    HRESULT hr;
    CLSID clsid;
    hr = CLSIDFromProgID(aEnumerator[i],&clsid);
    if (SUCCEEDED(hr))
    {
      // Open enumerator and loop over all entries
      CEnumerator enumrator;
      hr = enumrator.Open(&clsid);
      if (SUCCEEDED(hr))
      {
        while ((hr=enumrator.MoveNext())==S_OK)
        {
          CString strServerName(enumrator.m_szName);
 
          // Skip empty server names 
          // (older enumerators return sometimes an empty name)
          if (strServerName.IsEmpty())
            continue;
 
          // Some enumerators return (local) for a local main
          // SQL server instance
          if (strServerName.CompareNoCase(_T("(local)"))==0)
          {
            ATLTRACE(__FUNCTION__ " found local computer\n");
            strServerName = strCompLocal;
          }
 
          // get uppercase server name
          strServerName.MakeUpper();
 
          // Insert in list and avoid duplicates with this, if
          // developer decides not to break the loop after the first
          // enumerator.
          if (setSQLServer.insert(strServerName).second)
            ATLTRACE(__FUNCTION__ " found server %s\n",
                  CT2A(strServerName.GetString()));
          bFoundAny = true;
        }
      }
 
      // After we have found data in one enumerator. There is no need
      // to do this again.
      // But a developer might decide to do this for every enumerator
      if (bFoundAny)
        break;
    }
  }
}

Ein lauffähiges Projekt kann man hier herunterladen: EnumSQLServer.zip.

ATLMFCProgrammierenMartin Richter - Do 30 Apr 2009 20:50

Immer wieder mal, taucht MFC Code auf und es wird CoInitializeEx verwendet.
Nicht unbedingt ein Fehler, aber ich denke man sollte auch hier die MFC-Art-und-Weise verwenden: AfxOleInit. Und man sollte sich klar sein, welche Apartment Modes man verwenden darf!

AfxOleInit selbst ist ein per Thread Wrapper für ::OleInitialize(NULL);.
Zudem sorgt AfxOleInit dafür, dass bei Beenden des Threads automatisch AfxOleTerm aufgerufen wird.

::OleInitialize(NULL) wiederum ist ein Wrapper für den Aufruf von CoInitializeEx im STA Kontext:
Siehe MSDN http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ms690134(VS.85).aspx 

OleInitialize calls CoInitializeEx internally to initialize the COM library on the current apartment. Because OLE operations are not thread-safe, OleInitialize specifies the concurrency model as single-thread apartment.

Die MFC benutzt und verlangt genau diesen STA Modus. Sofern man also nicht wirklich weiß was man mit CoInitializeEx macht, sollte man es in der MFC vermeiden. Zudem man sich eben auch nicht mehr um den Cleanup kümmern muss, da die MFC dies selber macht.

Siehe auch MSDN Doku zu AfxOleInit
http://msdn.microsoft.com/de-de/library/e91aseaz(VS.80).aspx

MFC applications must be initialized as single threaded apartment (STA). If you call CoInitializeEx in your InitInstance override, specify COINIT_APARTMENTTHREADED (rather than COINIT_MULTITHREADED). For more information, see PRB: MFC Application Stops Responding When You Initialize the Application as a Multithreaded Apartment (828643) at http://support.microsoft.com/default.aspx?scid=kb;en-us;828643.

Aber auch hier sei erwähnt, dass man sicherlich auch andere Apartment Modes verwenden kann. Allerdings muss man dann wirklich wissen was man macht und darf sich nicht auf die MFC Funktionen stützen. Für solche Fälle verwende ich hier komplett ATL in meinen MFC Programmen.
Man sollte aber in diesen Fällen wirklich wissen was man macht ;)

BTW: Automatisch aufgeräumt bei einem gestarteten Thread wird nur dann, wenn auch AfxBeginThread verwendet wird. Siehe auch: AfxBeginThread versus _beginthreadex

ATLC++CRTDebuggingIDEMFCProgrammierenVS-Tipps&TricksWindows APIMartin Richter - Fr 31 Okt 2008 19:42

Einige Hilfsmittel um einen Heap-Fehler zu finden habe ich in meinem letzten Beitrag ja beschrieben.

Eigentlich wünscht sich der Entwickler nichts mehr, als dass ein falscher Zugriff auf den Heap, sofort einen Break im Debugger auslöst. Die Methoden, die ich bisher gezeigt habe (AfxCheckMemory, _CrtCheckMemory, _CrtSetDbgFlag) können das nicht direkt , aber zumindest helfen sie den Fehler einzukreisen.

Ein unverzichtbarer Helfer, der sofort solch einen Break auslösen kann, ist der Application Verifier, den ich bereits in einem älteren Artikel als Freund und Helfer vorgestellt habe.

Seit Visual Studio 2005 kann man direkt Parameter für den Application Verifier im Projekt einstellen und auch direkt den Debug-Prozess mit dem Application Verifier starten (Umschalt+Alt+F5).
An den Standardeinstellungen im Projekt braucht man hier gar nichts zu ändern:
Conserve Memory - No
Protection Location - Je nach Testfall (man sollte mit beiden Einstellungen mal debuggen)
Alle anderen Einstellungen Verification Layers Settings - auf Enable

Mit dem Application Verifier lässt sich der so genannte Paged Heap nutzen, der Guard Pages anlegt hinter oder vor den allokierten Speicherbereichen (siehe auch GFLAGS.EXE). Der Vorteil: Man erhält sofort eine Access Violation, wenn man den Speicherbereich überschreitet.

Mein kleines Demoproramm

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#include <windows.h>
#include <tchar.h>
#include <crtdbg.h>
int _tmain(int argc, _TCHAR* argv[])
{
  char *pCorrupt = new char[100];
  ZeroMemory(pCorrupt,106); // -- This will corrupt the heap
  char *pOther = new char[100];
  ZeroMemory(pOther,100);
  delete [] pOther;
  delete [] pCorrupt;
  return 0;
}

crashed mit der Nutzung des Application Verifiers sofort und man kann im Call Stack die Zeile 7 ausmachen.
Genial ist besonders, dass der Application Verifier auch mit der Release Version sofort die Zeile 7 als Ursache identifiziert. Gerade wenn man also nicht auf die Debug-CRT zurückgreifen kann, ist der Application Verifier ein super Hilfsmittel.

Der Nachteil: Die Guard Pages liegen nicht exakt und direkt hinter dem allokierten Bereich, sondern auf der nächsten Page Boundary. Deshalb crashed mein Sample auch nicht wenn man den Speicher um nur 1 Byte überschreitet.

Aber der Application Verifier ist zum Testen ein absolutes Muss, weil auch falsche Handles erkannt werden und auch der Lock Verfification Layer für die Qualitätssicherung einfach nützlich zum entwanzen sind. (siehe auch Application Verifier Einstellungen in der MSDN).

Hinweis :!:

Auf Windows XP und Windows Server 2003 erhält man ohne administrative Rechte die folgende Fehlermeldung:

Access denied. You need administrative credentials to use Application Verifier on image <App_Name.exe> on machine <Machine_Name>. Contact your system administrator for assistance

Unter Windows Vista oder Windows Server 2008 erhält man die flogende Fehlermeldung wenn der Application Verifier nicht elevated gestartet wird:

Access denied. You need administrative credentials to use Application Verifier on image <App_Name.exe> on machine <Machine_Name> or per user verifier settings should be enabled by the administrator. Please refer to documentation for more information.

Durch einen simplen Eintrag in der Registry lässt sich aber auch als normaler Benutzer, ohne administrative Rechte, der Application Verifier nutzen, man erzeugt einen DWORD Eintrag in der Registry mit dem Wert 1
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manger\ImageExecutionOptions
Nach einem Reboot kann man nun einfach den Application Verifier auch non-elevated, als normaler Benutzer nutzen.

ATLC++MFCProgrammierenWindows APIMartin Richter - Sa 16 Feb 2008 14:45

Immer wieder sehe ich Entwickler, die über Late Binding COM Komponenten ansprechen. Das ist an sich nur zu unterstützen, denn DISPIDs können sich schnell mal ändern, wenn sich ein Interface ändert. Gerade bei den rasant an Verbreitung zunehmenden .NET Komponenten, die man mal schnell in die eigene Anwendung per COM einbindet, kann das Binding über die Interfaces und DISPIDs schnell zum Frust werden. Gleiches gilt für Office Komponenten, bei denen man sich nicht zwingend an ein Interface binden will. Zudem ist es der von Microsoft empfohlene Weg die Office-Automation zu benutzen (siehe auch hier).

OK! Also man nimmt Late Binding und verwendet z.B. die aktuellen Wrapper, die netterweise von der ATL zur Verfügung gestellt werden,  z.B. die netten Funktionen aus der CComDispatchDriver Klasse. GetPropertyByName, PutPropertyByName und auch die Funktionen Invoke0, Invoke1 und InvokeN haben entsprechende Überladungen, die die Verwendung von Funktions-/Eigenschaftsnamen direkt erlauben.

Der Nachteil liegt nicht gleich auf der Hand. Immer wenn solch eine Funktion aufgerufen wird, wird nicht durch der IDispatch::Involke ausgeführt, sondern auch ein Aufruf von IDispatch::GetIDsOfNames. Bei einem Out-Of-Process-Server kann dieser Roundtrip einiges an Performance kosten. Dabei ist es so einfach es besser zu machen.

Die Doku von IDispatch::GetIDsOfNames sagt folgendes:  

The member and parameter DISPIDs must remain constant for the lifetime of the object. This allows a client to obtain the DISPIDs once, and cache them for later use.

Und wer den oben genannten KB-Artikel aufmerksam gelesen hat, der hat auch was von DISPID-Caching mitbekommen.

Ich benutze gerne die die Wrapper, die in der MFC automatisch erzeugt werden, wenn man einen Type-Library über den Class View importiert. Hier werden die Funktionen auch in eine nette kleine COleDispatchDriver-Klasse verpackt und man bekommt netterweise ein gutes Exception Handling den Fehlerfall geliefert. Leider werden hier aber auch wieder nur DISPIDs verwendet.
Aber mit einem kleinen Trick, kann man diese Klassen genial einfach für Late Binding nutzen. Ich gehe wie folgt vor:

  • Ich importiere die Type-Library (tlb) mit dem Visual Studio Class View.
  • D.h. ich habe jetzt alle Wrapper mit DISPIDs, Was ich eigentlich für Late Binding vermeiden will.
  • Jetzt passe ich einfach die einzelnen Wrapper Funktionen in der folgenden Art und Weise an, ich ersetze die DISPID durch eine statische Variable:
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void CMyWrapper::DoSomething(){
  static CDispIdHolder dispid(m_lpDispatch,L"DoSomething");
  InvokeHelper(dispid, DISPATCH_METHOD, VT_EMPTY, NULL, NULL);
}
  • Die kleine Klasse die ich hier verwende macht nun den Rest und besorgt die DISPID und cached sie damit weil die Variable statisch definiert ist:
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class CDispIdHolder
{
public:
 CDispIdHolder(IDispatch *pDispatch,LPCOLESTR pName)
  : m_dispid(DISPID_UNKNOWN)
  {
   HRESULT hr = pDispatch->GetIDsOfNames(
         IID_NULL,
         &const_cast<LPOLESTR>(pName),
         1,
         LOCALE_SYSTEM_DEFAULT,
         &m_dispid);
   if (FAILED(hr))
    AfxThrowOleException(hr);
  }
  operator DISPID() { return m_dispid; }
private:
 DISPID m_dispid;
};

Die Exception, die man verwendet ist natürlich Implementierungsfrage.

:!: Der Performance Gain ist zum Teil beträchtlich, besonders wnen bestimmte Funktionen sehr oft aufgerufen werden müssen!

Anmerkung (für alle die es ganz genau nehmen):
Wenn man die Doku genau liest, heißt es natürlich hier, dass die Implementierung nur für die Lebenszeit des Objektes konstante DISPIDs garantiert. Wenn man allerdings bei Early Binding schon DISPIDs als konstant annimmt, ist meine Methode für Late Binding sicherlich vertretbar.

ATLC++ProgrammierenMartin Richter - Sa 02 Feb 2008 16:09

Eigentlich müsste dieser Artikel eine weitere Überschrift bekommen:
Wie fatal es ist, dass es keine vollständige ATL Dokumentation gibt!

Einige werden CComDispatchDriver kennen. Seit den VS-200x Versionen ist diese Klasse nichts anderes als sie Spezialisierung CComPtr<IDispatch>

Ich hatte vor, eine bestimmte .NET Komponente per late binding in ein C++ Programm zu integrieren.
Kein Problem. CreateInstance, hier ein Invoke0, dort ein Invoke2 und da noch ein InvokeN :eek: … und hier geht auf einmal nichts mehr. Dokumentation in der MSDN: Fehlanzeige!

Bestandsaufnahme: Ich habe einen CComVariant Array aufgebaut und die entsprechenden Daten übergeben. Sieht alles richtig aus. Aber ich erhalte immer nur Fehler (immer E_NOINTERFACE).

  1. OK, nächster Schritt. Das ganze mal direkt mit dem entsprechenden Interface versuchen. Also CComQIPtr eingebaut und direkter Aufruf über die existierende duale Schnittstelle. Komisch, nun geht es.
  2. Nun denn. Das ganze nun mal als Klasse mit dem Classview importiert und einen MFC Wrapper gebaut. Der verwendet ja auch IDispatch. Jetzt wird es mysteriös: Es geht auch!

Dann debuggen wir mal den MFC Wrapper. Schrittweise gehe ich durch den Code im COleDispatchDriver::InvokeHelperV bis Zeile 223 und dort lese ich den folgenden Code und Kommentar:

pArg += dispparams.cArgs - 1; // params go in opposite order

:!: Aha! Hier liegt der Hase im Pfeffer. Ich hatte den CComVariant Array natürlich so aufgebaut, dass das erste Argument auch das erste Element im Array war. InvokeN will aber die selbe Reihenfolge wie IDispatch::Invoke, d.h. in umgekehrter Folge. Also beginnt der Array nun mit dem letzten Argument und endet mit dem ersten und siehe da: Es geht :!:

Schade, dass hier die ATL-Doku so lückenhaft ist. Das hätte mir hier, 2 Stunden Arbeit gespart.
Ich hätte es auch schneller haben können, wenn ich mir aufmerksam die Implementierung von CComPtr<IDispatch>::Invoke2 angesehen hätte (Man achte auf den Array varArgs):

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inline HRESULT CComPtr<IDispatch>::Invoke2(__in DISPID dispid, 
       __in VARIANT* pvarParam1, 
       __in VARIANT* pvarParam2, 
       __out_opt VARIANT* pvarRet) throw() 
{ 
 if(pvarParam1 == NULL || pvarParam2 == NULL) 
   return E_INVALIDARG; 
 CComVariant varArgs[2] = { *pvarParam2, *pvarParam1 }; 
 DISPPARAMS dispparams = { &varArgs[0], NULL, 2, 0}; 
 return p->Invoke(dispid, IID_NULL, LOCALE_USER_DEFAULT, 
     DISPATCH_METHOD, &dispparams, pvarRet, NULL, NULL); 
}
C++ProgrammierenVS 2008Martin Richter - Fr 01 Feb 2008 13:06

In diesem Produktvergleich http://msdn2.microsoft.com/en-us/vstudio/products/cc149003.aspx kann man einfach herausfinden welche Komponenten mit den verschiedenen Visual Studio Editionen ausgeliefert werden.

Die häufigste Frage lautet immer wieder in den Foren:
Was benötige ich für eine Edition um ATL+MFC Programme zu schreiben?
Antwort: Die Visual Studio 2008 Standard Edition! Die Express-Edition enthält weder ATL noch MFC.

C++ProgrammierenMartin Richter - Mi 12 Sep 2007 20:55

In einem Programm habe ich diese unscheinbare Schleife für eine spezielle Analyse im Debug-Mode eingebaut.

for (POSITION pos= m_aBind.GetHeadPosition(); pos; )

 S_BIND& b= m_aBind.GetNext(pos);
 TRACE(__FUNCTION__ “  %-32s %2d\n”,
  CT2A(b.sName.GetString()),
  b.GetStatus());
}

Sieht auf den ersten Blick OK aus.
Auf den zweiten Blick wundert einen evtl. die Nutzung von CT2A. Warum nehme ich nicht einfach den Zeiger von GetString wie er ist? Es ist ja ein PCTSTR! Begründung:

  1. Das Projekt ist ein Unicode Projekt. 
  2. CT2A verwende ich hier, weil die TRACE Funktion in dieser Schreibweise nur MBCS Strings verwendet. D.h. %s erwartet einen Zeiger auf einen MBCS String.
  3. Die _T Schreibweise für die Ausgabemaske ist hier nicht geeignet, weil ich gerne den Funktionsnamen auch mit ausgegeben hätte. Und __FUNCTION__ ist nun mal eine normale String-Konstante, und kein wchar_t-String.
  4. T2A verwende ich nicht, weil dies in einer Schleife tödlich ist, weil der Stack immer weiter anwächst.

OK! Soweit dazu, warum der Code aussieht wie er aussieht.

:!: Nur… es kommt nur Schrott dabei heraus!
Die Ausgabe zeigt brav, den Text, den ich haben möchte, nur die Zahlenwerte stimmen in keiner Weise mit den Rückgabewerten von GetStatus überein! Warum? :?:

Was ist passiert? Der Debugger gibt schnell Auskunft:
CT2W erzeugt ein Objekt vom Typ CW2AEX!!! Dieses Objekt ist aber größer als ein PCSTR Zeiger. Dieses Objekt umfasst bei meinen Projekteinstellungen 4 Bytes für einen Zeiger plus einen char-Array der Größe 128. TRACE hätte aber gerne einen 4-Byte Zeiger auf dem Stack und danach für die Ausgabe einen Integer.
Ausgegeben, werden also die 4 ersten Bytes des Puffers von CW2AEX und nicht die gewünschten numerischen Werte für GetStatus!

Das ist übrigens die selbe Falle in die man tritt, wenn man CString direkt ohne CString::GetString in printf/TRACE und Konsorten verwendet. Nur hat man hier das Glück, dass ein CString exakt 4 Bytes groß ist und genau aus einem Zeiger auf einen PTSTR besteht.

Wie macht man es richtig?
Genau… man führt den entsprechenden cast ein. Der cast benutzt nun den cast-Operator der Klasse CW2AEX, und der liefert uns den Zeiger den wir wollten.

for (POSITION pos= m_aBind.GetHeadPosition(); pos; )
{
 S_BIND& b= m_aBind.GetNext(pos);
 TRACE(__FUNCTION__ ” %-32s %2d\n”,
  static_cast<PCSTR>(CT2A(b.sName.GetString())),
  b.GetStatus());
}

Amerkungen:

  • Ich brauche wahrscheinlich nicht zu erwähnen, dass ähnliche Probleme mit CA2W, CA2T etc. auch auftauchen können.
  • An den meisten Stellen an denen, wir diese Konvertierungen, wie z.B. CT2A verwenden wird auch direkt ein PCTSTR erwartet, oder eben ein Zeiger auf den entsprechend konvertieren String. Dadurch wird implizit der Konvertierungs-Operator der Klasse aufgerufen und damit funktioniert ales wie es soll.
  • Auch wenn das Projekt ein MBCS Projekt gewesen wäre, hätte es die selben Probleme verursacht. Denn in diesem Fall wird aus CT2A eine Objekt der Klasse CA2AEX. Im Gegensatz dazu würde T2A einfach zu ener Noop.
ATLProgrammierenMartin Richter - Mi 02 Mai 2007 20:52

Ich habe Attributed ATL für OLE-DB-Consumer sehr nett gefunden und in VC.NET 2002 gleich eingebaut. In VC-2003 war auch alles noch OK.

Jetzt rächt sich meine Inovationsfreude in VS-2005! :cry:

  1. Der Syntax von VC-2003 nach VC-2005 hat sich geändert! Aller Parameter müssen jetzt als Strings übergeben werden.
    https://connect.microsoft.com/VisualStudio/feedback/ViewFeedback.aspx?FeedbackID=98753
  2. Der Parameter bulk_fetch in db_command wird nicht mehr verstanden. Egal ob man ihn als String oder als Integer angibt.
    https://connect.microsoft.com/VisualStudio/feedback/ViewFeedback.aspx?FeedbackID=275256

:!: Mein Rat: Man sollte kein Attributed ATL, so schön es auch ist. Man sollte bei den Standard Templates bleiben. Ist etwas mehr Schreibaufwand, aber:

  1. Leichter zu Debuggen
  2. Kompatibel
  3. Leichter kompatibel zu machen. ;-)

Anmerkung zum Schluss:
Aus Gerüchten und Diskussionen bei Microsoft habe ich gehört, dass kein weiteres großes Augenmerk auf Attributed ATL gelegt wird.

Anfänglich als großer Wurf gefeiert. Mit der Möglichkeit in Zukunft vielleicht selbst als Entwickler attributierbare Module erzeugen zu können, scheint es jetzt eher ein Auslaufmodell zu werden.
Es gab zu viele Probleme damit und hat sich in der Entwicklung als kryptisch und schwer zu Testen herausgestellt.